Bischöfe halten die „Zeit reif“ für Entscheidungen in heiklen Fragen

Es geht um die Gemeindeleitung durch Laien, die Wiedereinsetzung verheirateter Priester ohne Amt und die Diakonatsweihe für Frauen

In der Katholischen Kirche stehen in heiklen Fragen Entscheidungen an, zumindest aus Sicht der österreichischen Bischöfe.
In der Katholischen Kirche stehen in heiklen Fragen Entscheidungen an, zumindest aus Sicht der österreichischen Bischöfe. © wideonet — stock.adobe.com

In der katholischen Kirche Österreichs wird einmal mehr der Ruf nach Reformen in sehr heiklen Fragen laut. Was die Erlaubnis von Laien zur Gemeindeleitung, die Wiedereinsetzung verheirateter Priester ohne Amt und die Diakonatsweihe für Frauen betrifft, sehe er „aus österreichischer Perspektive die Zeit reif für Entscheidungen“, sagt der Feldkircher Bischof Benno Elbs laut Kathpress. Bemerkenswert daran: Elbs sagt das im Namen der Bischofskonferenz in einem Brief an kirchliche Reformbewegungen. Die wiederum — konkret „Wir sind Kirche“, die „Laieninitiative“, „Priester ohne Amt“und die „Pfarrer-Initiative“ — hatten den Bischöfen in Sachen Reformen Untätigkeit vorgeworfen, was Elbs so zurückweist: „Um auch in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen, haben sich Bischöfe aus Österreich für Reformanliegen ausgesprochen“.

Gemeint ist damit wohl auch der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer, der erst im vergangenen November den Papst in einem Brief um eine Änderung der Zulassungsbedingungen zu den Weiheämtern gebeten hatte. In dieser Frage, so Scheuer damals, gebe es nämlich in seiner Diözese ein deutliches „Rumoren“. Wobei der Bischof eines auch betont hatte: „Es braucht ein Ringen um Lösungsvorschläge in dem Bewusstsein, dass wir unseren Weg in der Einheit mit der Gesamtkirche gehen“.

„Beschlüsse auf weltkirchlicher Ebene“

Auch laut Elbs, der nun die Zeit für Entscheidungen gekommen sieht, braucht es „Beschlüsse auf weltkirchlicher Ebene“, um die Einheit der Kirche nicht zu gefährden. Abzuwarten bleibe im Blick auf die nächsten Reformschritte auch, welche Schritte die für Herbst geplante „Amazonien-Synode“ einschlagen werde und welche Folgen dies für die Kirche in Europa und in Österreich haben werde.

Der Verweis auf den notwendigen Gleichschritt mit der Weltkirche muss aus Sicht der Reformbewegungen allerdings „allmählich hinterfragt werden“. Schließlich bestehe die Einheit der Kirche in ihrer Treue zur Botschaft Jesu, „nicht aber im Festhalten an irgendwo in der Welt historisch gewachsenen Traditionen“.

Leitung durch Frauen ist „zur Realität geworden“

Die Frage der Gemeindeleitung hat jüngst im übrigen auch die Katholische Frauenbewegung (kfbö) angesprochen. Dass Frauen Kirchengemeinden leiten, sei „zu einer Realität geworden“, sagt kfbö-Generalsekretärin Regina Augustin, die offizielle Anerkennung dessen stehe aber auch. Die kfbö rege an, „in der Hoffnung auf den Heiligen Geist“ die Diskussion über Leitungsmodelle und Ämter in der Kirche unabhängig vom Geschlecht und offen zu führen. Es gelte, sich den „Ängsten und Sorgen, die bisher die Diskussionen behinderten“, zu stellen, so Augustin.

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