Neue Inflationsberechnung: Ab Dezember soll Handel Daten liefern

Verordnung zur Bereitstellung von Scanner-Daten ging in Begutachtung

Die Scanner-Daten an den Kassen sollen künftig zur besseren Inflationsberechnung herangezogen werden.
Die Scanner-Daten an den Kassen sollen künftig zur besseren Inflationsberechnung herangezogen werden. © Drobot Dean - stock.adobe.com

Von Christoph Steiner

1+1-Aktion, Minus-25-Prozent-Pickerl oder gleich ganze Warengruppen bedeutend günstiger: Gerade der Lebensmitteleinzelhandel lockt immer wieder mit neuen Schnäppchen. Das freut nicht nur Kunden, sondern macht die gesamte Kostenstruktur im Handel undurchsichtiger. Das hat auch praktische Auswirkungen bei der Berechnung der Inflation. Denn bisher wurden die Daten dadurch erhoben, dass an Stichtagen einmal pro Monat ca 40.000 Preis dokumentiert wurden.

Ab 1. Dezember soll sich das ändern. Dann sollen die Händler die Scanner-Daten der Kassen übermitteln und somit ein genaueres Bild der tatsächlichen Einkäufe und der Preisentwicklung zeichnen. In einer ersten Phase sollen vermutlich der Lebensmitteleinzelhandel und Drogeriewaren von der Neuerung erfasst werden, heißt es bei der für die Auswertung zuständigen Statistik Austria.

Am Freitag ging die entsprechende Verordnung in die Begutachtungsphase. „Ziel der geplanten Änderung ist die Anpassung der Preiserhebungen für den Verbraucherpreisindex an heutige Gegebenheiten“, betont Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck auf VOLKSBLATT-Anfrage.

Der Handel kann sich noch nicht wirklich mit der Neuerung anfreunden. „Wir sehen die Verordnung ambivalent, weil die vorgesehene wöchentliche Übermittlung von Scannerdaten einen beträchtlichen Mehraufwand für die heimischen Handelsunternehmen mit sich bringen würde“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Auch hinsichtlich des Datenschutzes hegt er Bedenken.

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