100 Mio. Euro investiert: ABB eröffnete Campus

Globale Innovations- und Bildungszentrale für Manschinenautomation bei B&R in Eggelsberg — Bis zu 1000 neue Arbeitsplätze werden am Standort geschaffen

In Eggelsberg erweiterte ABB am Standort von B&R um 100 Mio. Euro.
In Eggelsberg erweiterte ABB am Standort von B&R um 100 Mio. Euro. © ABB

Es war ein Paukenschlag im Frühling des Jahres 2017: Damals gab der Schweizer Elektrotechnik-Konzern ABB die Übernahme der auf Industrieautomatisierung spezialisierte Innviertler Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik Ges.m.b.H. (B&R) mit Sitz in Eggelsberg im Bezirk Braunau bekannt.

Branchenkenner schätzten den Preis für den Zukauf damals auf nicht weniger als 1,8 Mrd. Euro.

Große Pläne angekündigt

Schon damals wurde von großen Plänen mit dem 1979 gegründeten Unternehmen gesprochen. 2018 schließlich wurde die Gründung eines Innovations- und Bildungscampus am Heimatstandort in Oberösterreich angekündigt – Kostenpunkt 100 Mio. Euro. Nun nach vier Jahren Bauzeit wurde am Montag der pompöse Bau in der Provinz feierlich eröffnet.

Über 38.000 Quadratmeter Nutzfläche auf sieben Etagen erstreckt der Neubau, mit dem neuen Campus erweitert sich die Gesamtfläche des B&R Headquarters auf mehr als 100.000 Quadratmeter und macht den Firmensitz mit derzeit rund 2400 Mitarbeitern zu einem der größten integrierten Zentren für Produktion, Forschung und Ausbildung in Mitteleuropa.

Nun sollen bis zu 1000 zusätzliche High-Tech-Arbeitsplätze in Eggelsberg geschaffen werden, 400 dieser Fachkräfte wurden bereits gefunden. Dazu umfasst die neue Zentrale neben 16 Forschungslabors für internationale Spitzenforschung auch globale Schulungseinrichtungen für jährlich bis zu 4000 Menschen.

Fachkräfte gesucht

Dass genug Fachkräfte auch in Zukunft zur Verfügung stehen, dafür sollen etwa auch die neue Digital-Uni – das Institute of Digital Science Austria – sowie die reformierte Rot-Weiß-Rot Card sorgen, betonten am Montag Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. Die beiden dankten auch ABB, bei der Eröffnung vertreten unter anderem durch ABB-Chef Björn Rosengren, dass sie auf den Standort Oberösterreich setzen und dass Versprechen der Großinvestition von vier Jahren eingehalten wurde.

Jahrzehnt des Wandels

Sami Atiya, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation, betonte, dass man sich in einem Jahrzehnt des Wandels hin zur Robotik und Automation befinde. „Unsere Kunden reagieren auf globale Arbeitskräfte- und Lieferengpässe sowie die steigende Nachfrage der Verbraucher nach personalisierten und nachhaltigen Produkten“, erklärte er am Montag. Das potenzielle Marktvolumen für Maschinen- und Fabrikautomation weltweit wird derzeit auf 20 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt und soll bis zum Jahr 2030 auf 31 Milliarden Dollar jährlich ansteigen.

Grundsätzlich setze der ABB-Konzern nach zwei von den Folgen der Covid-Pandemie und des Ukraine-Kriegs geprägten Jahren auf eine Strategie des sogenannten Re- oder Nearshorings – also die (Rück)-Verlagerung von Produktionskapazitäten in die Region, betonte CEO Rosengren. „Wir produzieren in der Regel auch in der Region, in der wir unsere Produkte verkaufen, also nahe beim Konsumenten.“ Das habe sich in der Krise als Vorteil herausgestellt.cs

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