100 Mio. für Gebäudesanierung würde tausende Jobs bringen

Mit staatlichen Investitionen in thermische Sanierung, Photovoltaik und öffentlichen Verkehr könnten im Rahmen des Wiederaufbaus der Wirtschaft nach der Coronakrise tausende Jobs geschaffen und CO2-Emissionen eingedämmt werden, wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer Studie darlegt. Auch die Wirtschaftsleistung würde von solchen “Klimaschutz-Konjunkturpaketen” profitieren.

“Mit einem grünen Wiederaufbau nach der Coronakrise kann die Regierung dazu beitragen die kommende Klimakrise abzuwenden, sichere Arbeitsplätze schaffen und die heimische Wirtschaft stärken”, sagte der Studienautor Adam Pawloff, Klimaexperte bei Greenpeace in Österreich. Erstellt wurde die Studie mittels einer Input-Output-Analyse im Auftrag von Greenpeace von Marco Frascati, einem unabhängigen Berater im Energiebereich.

Laut der Studie könnten 25.000 Einfamilienhäuser thermisch saniert und damit 6.600 Vollzeitarbeitsplätze und 880 Millionen Euro an wirtschaftlichem Output geschaffen werden, wenn der Staat 100 Millionen Euro in Form einer staatlichen Förderung in die thermische Gebäudesanierung – gemeint ist die Sanierung der Außenwände – stecken würde. Zudem könnten pro Jahr mehr als 50.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die thermische Sanierung sei die effektivste der drei vorgeschlagenen Maßnahmen, da sie sehr hohe Multiplikationseffekte – beispielsweise bei Arbeitskräften pro investiertem Euro – aufweise. Aus den 100 Mio. Euro an Staatsausgaben ergeben sich laut der Studie unter Berücksichtigung indirekter und induzierter Effekte Gesamtausgaben von 500 Mio. Euro für die thermische Sanierung.

Würde der Staat 100 Mio. Euro in den Ausbau der Photovoltaik stecken, würde das in Gesamtausgaben von 340 Mio. Euro, 440 Mio. Euro wirtschaftlichem Output, mehr als 3.150 neuen Jobs und einer jährlichen CO2-Ersparnis von mehr als 25.000 Tonnen CO2 resultieren. Zudem könnten laut den Berechnungen 4.600 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von je 50 kW gebaut und so 73.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Beim öffentlichen Verkehr zielt die Studie vor allem auf den Ausbau von Infrastruktur ab, die den Anschluss an bestehende Verbindungen ermöglicht, ab. Gemeint sind hier beispielsweise Kleinbusse, die Menschen im ländlichen Bereich besser an Bahn und Bus anbinden. Eine fiktive staatliche Investition von 100 Mio. Euro würde zu 125 Mio. Euro an Gesamtausgaben führen, 253 regionale Busangebote und 2.100 Arbeitsplätze schaffen sowie 6.500 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Neben der Investition in diese drei Bereiche spricht sich Greenpeace in der Analyse auch gegen Investitionen in die “falschen Dinge” aus – für die Organisation wären das die bedingungslose Rettung von Airlines oder eine Schrottprämie für die Autoindustrie. “Der Regierung muss klar sein: Wir können uns fehlgeleitete Investitionen in sterbende, fossile Branchen, die unsere Zukunft gefährden, nicht länger leisten. Denn damit verheizen wir Steuergeld und schlittern sehenden Auges von der einen globalen Krise in die nächste Katastrophe – die Klimakrise”, so Pawloff. Die Regierung müsse daher alle Konjunkturmaßnahmen einem Klima-Check unterziehen und dürfe nur dann Geld geben, wenn die Klimaziele erfüllt seien.

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