109 Buben missbraucht: Anklage ist rechtskräftig

Einspruch war nur in einigen Punkten erfolgreich

Das Oberlandesgericht Linz hat jetzt grünes Licht für einen der größten Prozesse in Österreich um sexuellen Missbrauch von Minderjährigen gegeben.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Wels gegen einen Urologen (57) aus dem Salzkammergut, der sich an 109 Buben vergangen haben soll, ist rechtskräftig. Das Gericht hat den Einspruch zurückgewiesen. „In Punkten hat es aber Einstellungen gegeben“, sagt Gerlinde Hellebrand, Pressesprecherin des Landesgerichtes Wels zum VOLKSBLATT.

Konkret wird sich der Mediziner, der sich seit Auffliegen des Falles im Jänner 2019 in U-Haft befindet, nicht wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses verantworten müssen. Auch pornografische Darstellung Minderjähriger ist nicht mehr Gegenstand des Prozesses sein, der im Sommer stattfinden dürfte.

Bis 15 Jahre Haft drohen

Laut Hellebrand ändert das aber nichts daran, dass dem Urologen im Falle einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft drohen. 40 Buben waren laut Anklage noch nicht einmal 14 Jahre alt. Der Arzt, der für zurechnungsfähig erklärt wurde, leidet laut Gutachter an schwerer Pädophilie. Er gilt als gefährlich, daher wurde auch ein Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gestellt.

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