15 Verletzte bei Schießerei in Chicago

Bei einer Schießerei am Rande einer Trauerfeier sind in Chicago nach Angaben der Polizei 15 Menschen verletzt worden. Zwei schwebten in Lebensgefahr, sagte Polizeichef David Brown am Mittwoch. An Ort und Stelle seien 60 Patronenhülsen gefunden worden. Unbekannte Mitglieder einer kriminellen Bande feuerten demnach aus einem Auto Schüsse auf Gäste der Trauerfeier ab.

Die Angehörigen trauerten um einen infolge von Gang-Kriminalität getöteten Mann. In der US-Großstadt gebe es rund 117.000 Menschen, die zu einer Gang gehörten. “Diese Spirale der Gewalt in Chicago muss ein Ende haben”, so der Polizeichef.

Zudem sei in der Nacht auf Mittwoch bei einem separaten Zwischenfall ein dreijähriges Mädchen in den Kopf geschossen worden, erklärte Brown. Das Kind sei im Auto der Eltern an einer Tankstelle gewesen, als jemand Schüsse auf den Wagen feuerte. Der Zustand des Mädchens sei stabil, die Eltern unverletzt. Die Hintergründe seien noch unklar. Die Bürgermeisterin von Chicago, Lori Lightfoot, erklärte: “Heute ist ein Tag des Trauerns”. Sie forderte ein Ende der Gewalt zwischen Gangs: “Das Blutbad muss aufhören.”

US-Präsident Donald Trump beklagt die Zunahme von Gewaltverbrechen in mehreren US-Großstädten. Mit Blick auf Schusswaffentote am Wochenende in Chicago hatte Trump gesagt, die Lage dort sei schlimmer als in Afghanistan. Wegen gewaltsamer Ausschreitungen im Zuge von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt sind Sicherheitskräfte des Bundes in der Stadt Portland (Oregon) im Einsatz – gegen den Willen der lokalen Regierungen.

Die Medien “Chicago Tribune” und CNN hatten am Montag berichtet, dass das Heimatschutzministerium plane, Kräfte nach Chicago zu entsenden, um dort gegen die Gewalt vorzugehen. Trump will sich an diesem Mittwoch zur Gewalt in US-Städten äußern. Er hatte in Aussicht gestellt, in anderen Metropolen des Landes einzugreifen.

Der Einsatz von Sicherheitskräften der Bundesregierung gegen den erklärten Willen eines Bundesstaats oder einer Stadt ist sehr ungewöhnlich. Führende Demokraten werfen der Regierung daher vor, Oregon zum Spielball eines Wahlkampfs zu machen, in dem sich der Republikaner Trump als Mann für Recht und Ordnung inszenieren wolle.

Wie ist Ihre Meinung?