150 Aufgriffe an Grenze zu Österreich

Deutsche Polizei schnappt Flüchtlinge, die bereits anderswo einen Asylantrag gestellt haben

Groß war zuletzt die Aufregung rund um die von Deutschland verlangte Rücknahme von Flüchtlingen, die dort aufgegriffen wurden, aber davor in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt haben. VOLKSBLATT-Recherchen im deutschen Innenministerium zeigen nun aber, dass die Herausforderung derzeit zahlenmäßig überschaubar ist. Laut Ministeriums-Sprecher Sören Schmidt wurden nämlich seit Mitte Juni an der Grenze zu Österreich nur 150 Flüchtlinge mit einem Asylantrag außerhalb Deutschlands aufgegriffen. „Davon entfällt etwa die Hälfte auf Flüchtlinge mit einem Asylantrag in Italien und etwa ein Fünftel auf Flüchtlinge mit einem Asylantrag in Österreich“, schildert Schmidt. Damit wäre auch beschrieben, wie viele in Deutschland aufgegriffene Flüchtlinge Italien bzw. Österreich aktuell zurücknehmen müsste — sofern es zum Abschluss entsprechender Rücknahmeabkommen kommt. Mit Spanien (8 Fälle seit Mitte Juni) gibt es seit dieser Woche ein Abkommen Deutschlands. Die Verhandlungen mit Italien und Griechenland liefen gestern noch. „Wir haben die Einschätzung, dass auch diese Vereinbarungen noch abgeschlossen werden. Wie immer bei Verhandlungen haben aber beide Seiten Forderungen, die gerade ausgelotet werden“, so Schmidt auf VOLKSBLATT-Anfrage.