166 Bewohner in oö. Alters- und Pflegeheimen gestorben

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Die Situation in den 135 oö. Alters- und Pflegeheimen ist angespannt, aber bewältigbar. Seit Ausbruch der Pandemie bis Donnerstag seien 166 Bewohner – 14 bis zum 7. September und 152 danach – gestorben, hieß es aus dem Krisenstab des Landes.

Aus der Beantwortung einer NEOS-Anfrage an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) geht hervor, dass in Oberösterreich 82 Prozent der im Zeitraum von 1. Oktober bis 12. November verstorbenen Covid-Patienten Heimbewohner waren.

Die oberösterreichische Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) hat im Ö1-Morgenjournal am Donnerstag die Corona-Vorkehrungen in den Alters- und Pflegeheimen im Bundesland – mit rund 12.700 Betten – verteidigt. Man habe ausführliche Hygienekonzepte entwickelt und deutlich früher als vom Bund verlangt die Besuchsregeln verschärft. Seit neun Tagen gelte ein völliges Besuchsverbot, das sich aber in den Zahlen noch nicht angemessen abbilde.

Oberösterreich habe insgesamt eine extrem hohe Zahl an Infizierten „und so, wie die Bevölkerung infiziert ist, wird es auch in die Heime hineingetragen“, so Gerstorfer, etwa durch Besucher oder Mitarbeiter. Man müsse nun analysieren, wo die Lücke war. In den Heimen seien keine Corona-positiv getesteten Mitarbeiter tätig, betonte der Krisenstab.

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Jedoch könne eine von der Gesundheitsbehörde als K1 eingestufte Person ohne Symptome und mit einem Ct-Wert über 30 als Schlüsselkraft eingestuft werden und dann unter Auflagen arbeiten. Der sogenannte Ct-Wert gibt nach PCR-Tests den Grad der wahrscheinlichen Infektiosität des Betroffenen zum Zeitpunkt des Tests an. Je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist die Virusmenge. Bei über 30 wird davon ausgegangen, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

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Wie die „Oö. Nachrichten“ am Donnerstag berichteten, werde daher das Land ab Freitag drei Hygiene-Experten aus Spitälern in die Heime schicken. „Wie bei einer Detektivarbeit sollen Infektionsquellen aufgespürt, Maßnahmen neu ausgerichtet und Mitarbeiter kollegial begleitet bzw. beraten werden“, erklärte Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP). Angedacht sei, sich die täglichen Arbeitsabläufe und Routinehandlungen in den Heimen zeigen zu lassen, um hier vielleicht Verbesserungspotenzial ausfindig zu machen, hieß es aus dem Krisenstab.

NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer vermisst für Pflegeheime und Landesspitäler „eine robuste, landesweite Sicherheits- und Teststrategie“. Das Land solle sich ein Beispiel an Privaten – von Unternehmern bis Vereinen – nehmen und auf Schnelltests setzen, um besonders vulnerable Gruppen sowie das Personal bei aufrechtem Betriebe besser zu schützen. „Sonst werden noch mehr Menschen unnötig an Covid-19 versterben“, warnte Eypeltauer und fordert zudem, Menschen über 70 gratis FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen.

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