200.000 Impfdosen für Grippe-Winter

Land OÖ legt Schwerpunkt auf Kinder und Ältere — Hoffen auf Lieferungen

Impfung

Die Grippezeit naht und damit treten im Winter mit dem Coronavirus gleich zwei potenziell tödliche Viren in Erscheinung.

Am heiß umkämpften Weltmarkt haben das Land OÖ, die Gesundheitskasse (ÖGK) und die Oö. Apothekerkammer heuer 200.000 Influenza-Impfdosen bestellt — viermal so viel wie in den Vorjahren. Mehr als 1,3 Mio. Euro wurden dafür in die Hand genommen.

Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander ist zuversichtlich, zum einen die bestellte Menge zu erhalten und zum anderen, dass der Impfstoff auch zum Einsatz kommt. Bislang lag die Impfbereitschaft in OÖ bei acht Prozent. Heuer ist die Nachfrage schon jetzt enorm — Apotheken führen seit Anfang August Reservierungslisten.

Der Schwerpunkt der Impfstrategie liegt heuer auf Kinder und über 65-Jährige. „Kinder haben sich als Multiplikatoren erwiesen, vor allem wenn sie die Großeltern besuchen“, so Haberlander. Auch um die ältere Generation zu schützen, gibt es die Gratisimpfungen für Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr — insgesamt 56.000 Dosen sind dafür vorgesehen.

Zudem wurde für Bewohner von Altenheimen und Heimbewohner mit Beeinträchtigung ein Hoch- dosisimpfstoff (16.000 Dosen) bestellt. Die Immunisierung ist gratis. Impfaktionen wird es auch für Spitalsmitarbeiter und für Lehrer geben.

ÖGK-Gratisimpfungen

Erstmals startet die ÖGK, die heuer keine Impfaktion in den Kundencentern anbietet, eine Gratisaktion für jene Versicherten an, die zwei von drei Kriterien erfüllen: über 65 Jahre, Vorerkrankung, soziale Bedürftigkeit. Interessierte können sich beim Hausarzt melden. Diese auf Risikogruppen fokussierte Strategie solle auch das Gesundheitssystem vor Überlastung schützen, betont Albert Maringer (ÖGK).

Schutz hält sechs Monate

In Apotheken wird der Impfstoff voraussichtlich Anfang Oktober erhältlich sein, betont Apothekerkammer-Vizepräsidentin Monika Aichberger. Sich zu früh impfen zu lassen, sei aber nicht ideal, da der Schutz „nur“ sechs Monate anhält und die Grippewelle Ende Dezember erwartet wird.

Aichinger stellt klar, dass Impfen nur vor der echten Grippe schützt, nicht vor grippalen Infekten: Influenza tritt plötzlich auf, bei der Verkühlung kommen die Symptome meist nach und nach.

Wie ist Ihre Meinung?