200.000 PV-Anlagen sollen OÖ verstromen

Oberösterreich drückt bei Ausbau der Sonnenenergie aufs Tempo - Photovoltaikleistung soll bis 2030 verzehnfacht werden

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Oberösterreich intensiviert seine Anstrengungen am Weg zur Energiewende. Wie ja bereits in der Energiestrategie „Energieleitregion OÖ 2050“ festgeschrieben, hat sich das Land einen Zielkorridor von 80-97 Prozent Anteil erneuerbarer Energieträger am Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 verordnet.

Nachdem man bereits bei der Energiegewinnung aus Wasser federführend ist, soll nun die Sonne noch viel mehr zur Stromversorgung der Bevölkerung beitragen.

„Für die Wasserkraft gibt es bereits ein umfassendes Ausbauprogramm, um die Potenziale in Oberösterreich bestmöglich auszuschöpfen. Bei der Erzeugung von Sonnenstrom setzt unser Bundesland in erster Linie auf Energie vom Dach. Um die Solarstrom-Nutzung in Oberösterreich jetzt noch weiter zu beschleunigen, haben wir eine eigene ‚OÖ. Photovoltaik-Strategie 2030‘ ausarbeiten lassen“, betonen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner.

Nach den bereits guten Vorarbeiten der Vergangenheit will man nun einen Zahn zulegen. „Mit Stand Ende 2019 gab es in Oberösterreich bereits rund 30.000 Photovoltaik-Anlagen mit einer jährlichen Strom-Erzeugung von 345 Gigawattstunden. Diese produzieren jährlich den Stromverbrauch von rund 100.000 oberösterreichischen Haushalten. Das soll auf rund 3500 Gigawattstunden im Jahr 2030 gesteigert werden, was rund einer Verzehnfachung entspricht“, betonen Stelzer und Achleitner.

Neue Betriebs- und Finanzierungsmodelle sowie weniger bürokratische Hürden sollen bei diesem Vorhaben helfen.

PV-Anlagen fürs Dach

Höchste Priorität für das Land hat der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Hier soll ein 200.000-Dächer-Programm realisiert werden. Auch bereits verbaute Flächen wie etwa Parkplätze sollen mit PV-Anlagen ausgestattet werden.

„Für uns sind Ökologie und Ökonomie kein Gegensatz, sondern untrennbar miteinander verbunden. Photovoltaik-Ausbau bedeutet deshalbnicht nur Ökostrom-Ausbau, sondern sichert und schafft auch Arbeitsplätze. Alleine Oberösterreichs PV-Branche erzielt pro Jahr mehr als 500 Mio. Euro Umsatz und beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter. Damit ist der PV-Ausbau auch ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise“, verdeutlichen die beiden den wirtschaftlichen Nutzen.

Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie der WKO Oberösterreich, begrüßt die Schritte: Die Strategie steht im Einklang mit dem Bestreben vieler heimischer Industriebetriebe, denn ein ‘grüner Strommix‘ und die Reduktion von Treibhausgasemissionen durch die Dekarbonisierung der Energieversorgung kann im internationalen Vergleich ein Wettbewerbsvorteil sein“, betont er.

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