23-jähriger Bürgermeisterkandidat spricht über seine Motive

Im Falle seiner Wahl möchte Eibl „Vollzeit-Bürgermeister“ in Windischgarsten sein.
Im Falle seiner Wahl möchte Eibl „Vollzeit-Bürgermeister“ in Windischgarsten sein. © Haubner

Am Freitag in einer Woche wird der Gemeinderat in Windischgarsten wie berichtet über die Nachfolge des zurückgetretenen Bürgermeisters Norbert Vögerl (ÖVP) entscheiden. Für die ÖVP stellt sich der 23-jährige Michael Eibl der Wahl. Für die SPÖ geht Reinhard Virag ins Rennen. Im Gemeinderat hat die ÖVP elf Stimmen, die SPÖ acht, die FPÖ fünf und die Liste „Für Windischgarsten“ eine Stimme.

Allein mit den Stimmen seiner Partei kann also kein Kandidat die Wahl für sich entscheiden. Natürliche habe er bereits Gespräche geführt, sagt Eibl im VOLKSBLATT-Gespräch: „Ich habe etwa mit dem FPÖ-Obmann schon in einem sehr guten und konstruktiven Klima geredet. Aber fixiert ist nichts.“

Im Fall seiner Wahl ist sein wichtigstes Vorhaben, „die Gemeinde wieder voll in Ordnung zu bringen“, sagt Eibl: Nach der Aufarbeitung der Geschehnisse rund um die Gemeindefinanzen und das Bauamt habe die Gemeinde schwierige Zeiten hinter sich. „Ich will das Gemeindegefühl in Windischgarsten wieder stärken“, betont Eibl.

Bei der Frage nach dem „Warum“ antwortet der Physik-Student sofort: „Ich bin motiviert, meiner Heimat etwas zurückzugeben, gerade wenn die Situation sehr fordernd ist.“ Er würde jedenfalls Vollzeit-Bürgermeister sein, das Amt habe für ihn Priorität. „Ich denke, dass ich dank E-Learning mein Studium in meiner Freizeit fortsetzen kann, wenn auch gedrosselt.“

Die Politik ist ihm trotz seines jugendlichen Alters nicht fremd: „Ich bin politisch aktiv, seitdem ich 15 war.“

Auszeichnung als bester Lehrling Österreichs

So gründete er eine eigene JVP-Ortsgruppe und war in der Berufsschülervertretung aktiv, drei Jahre als stellvertretender Obmann auf Landesebene. Auch mit Druck könne er umgehen: Mit 15 Jahren übernahm er als Lehrling Verantwortung in der werkseigenen Laborkontrolle. 2015 hat der „Güteverein Transportbeton“ den gelernten Transportbetontechniker als besten Lehrling Österreichs ausgezeichnet.

Er wäre nicht der erste Ortschef mit Anfang 20

Eibl wäre nicht der erste Bürgermeister mit Anfang 20. Severin Mair in Eferding und Fabian Grüneis in Waizenkirchen waren bei Amtsantritt je ein Jahr jünger. Für zu jung hält sich Eibl keinesfalls: „Man darf ab 18 zur Bürgermeisterwahl antreten“, sagt er und meint augenzwinkernd: „Franz Josef war erst 18 Jahre alt, da wurde er bereits Kaiser.“ch

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