24 Mio. Euro für Hilfe bei Corona-bedingten Mietrückständen

Das Sozialministerium hat für das Projekt „Wohnschirm“ zur Wohnungssicherung und Delogierungsprävention für Covid-19-bedingte Mietrückstände bis zu 24 Millionen Euro budgetiert. Dabei werden akut gefährdete Mieter und Mieterinnen mit Beratungsgesprächen und Geld unterstützt, um ein dauerhaftes und leistbares Wohnverhältnis zu ermöglichen. Das Programm wurde bereits zum Jahreswechsel 2021/2022 gestartet. Mit der Umsetzung des Projekts wurde die Volkshilfe Wien beauftragt.

Anspruch auf einmalige finanzielle Unterstützungsleistung zur Sicherung des Wohnverhältnisses hätten Personen mit Hauptwohnsitz und Wohnverhältnis in Österreich, die unter Covid-19-bedingten Mietschulden leiden, berichtete Edeltraud Glettler, Sektionschefin für sozialpolitische Grundfragen, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Sozialministeriums in Wien. Dabei könne es sich um eine finanzielle Beteiligung an Mietrückzahlungen, Anwalts- oder Gerichtskosten sowie Kosten für einen Umzug in eine günstigere Wohnung handeln, wenn diese nicht selbst gedeckt werden können. Stichtag für die Berechnung sei der 1. März 2020. Um in Erfahrung zu bringen, auf welche Leistung ein Anspruch besteht, wird geraten, eine der 28 bundesweiten Beratungsstellen aufzusuchen. „Wir lassen Sie nicht im Regen stehen“, lautet die Devise von Sozialminister Johannes Rauch (Grüne).

Initiiert wurde das Projekt aufgrund der steigenden Wohnungsverluste durch die Covid-19-Pandemie. Rauch rechnet damit, dass 228.000 Österreicher in den vergangenen drei Monaten bereits mit Mietrückständen zu kämpfen hatten, in den kommenden drei Monaten könnte die Anzahl der mit Zahlungsschwierigkeiten konfrontierten Personen um weitere 732.000 steigen. Damit bezog sich Rauch auf Zahlen der Statistik Austria. Aufgrund von Inflation, Problemen in der Energieversorgung, des Krieges in der Ukraine und bei gleichbleibendem Einkommen sehe er diese Maßnahmen als besonders gerechtfertigt.

Der Präsident der Volkshilfe Wien, Ex-Bürgermeister Michael Häupl, unterstrich neben dem sozialen Aspekt auch den volkswirtschaftlichen: „Es ist billiger, jetzt in die Prävention zu investieren, als nachher die Wohnungslosigkeit zu finanzieren.“ Seit Jahresbeginn wurden 200 Wohnverhältnisse gesichert. Bis 2023 soll der Wohnschirm bundesweit 5.500 Haushalte unterstützen, in denen insgesamt 18.000 Personen leben.

Auch Arbeiterkammer und Mietervereinigung begrüßen die Umsetzung des geforderten Hilfsfonds zur Wohnungssicherung. Laut eigenen Berechnungen würden pro einem Euro aus dem Hilfsfonds Folgekosten von über zwölf Euro vermieden, wenn Mietrückständen übernommen und Delogierungen hintangehalten würden. „Der Hilfsfonds spart nicht nur Folgekosten, sondern auch den Betroffenen viel Leid und Mühe“, betonte AK-Experte Thomas Ritt.

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(S E R V I C E – Weitere Informationen: )

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