2,5 Prozent Gehaltsplus im Handel

Verhandler zeigten sich zufrieden – Recht auf Vier-Tage-Woche

Für untere Gehaltsstufen bringt der neue Kollektivvertrag ein Gehaltsplus von 3,2 Prozent.
Für untere Gehaltsstufen bringt der neue Kollektivvertrag ein Gehaltsplus von 3,2 Prozent. © dpa/Stratenschulte

Es war ein hartes Stück Arbeit. Aber nach zähen Verhandlungen brachte die fünfte Gesprächsrunde in der Nacht auf Dienstag doch noch einen neuen Kollektivvertrag für den Handel. Für die insgesamt rund 450.000 Beschäftigtem gibt es eine Erhöhung der Gehälter um 2,5 Prozent, mindestens aber um 48 Euro. Für die unteren Gehaltsstufen gibt es ein Plus von 3,2 Prozent.

Noch deutlich darüber steigen die Lehrentschädigungen: im Schnitt um acht Prozent. Zudem einigten sich die Verhandler auf einen Rechtsanspruch auf eine – nicht zusammenhängende – Vier-Tage-Woche. Zudem soll es künftig bei Erfüllung diverser Voraussetzungen einen Anspruch auf Altersteilzeit und Bildungskarenz geben.

Gültig ab 1. Jänner

Auch für kommendes Weihnachten sieht die neue Regelung Änderungen vor: Anstatt um 14 Uhr müssen die Geschäfte künftig am 24. Dezember bereits um 13 Uhr schließen. Gelten wird der neue Kollektivvertrag ab 1. Jänner 2019.

„Das ist ein KV-Abschluss, der sich sehen lassen kann. Allerdings sind die Arbeitgeber im Handel dabei ans Limit gegangen”, so Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, nach der Einigung. Gewerkschafterin Anita Palkovich bezeichnete das rahmenrechtliche Paket als wirklich herzeigbar und hob die stärkere Erhöhung für die untere Gehaltsstufen hervor.

ÖVP-Klubobmann und ÖAAB-Chef August Wöginger bezeichnete den Abschluss mit der Anrechnung von Karenzzeiten als richtungsweisend. Da im Handel besonders viele Frauen tätig sind, werde die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen dadurch ein Stück weit geschlossen. Nun gelte es, die Anrechnung von Karenzzeiten auch in weiteren Kollektivverträgen zu berücksichtigen, so Wöginger.