29-Jähriger nach versuchter Anstiftung zum Mord in OÖ vor Gericht

Eine Familienfehde in Oberösterreich, die schon im Februar 2019 in einer Messerstecherei mit einem Todesopfer eskaliert war, beschäftigt Anfang Februar erneut das Landesgericht Wels.

Der Bruder des 2019 Verstorbenen soll einem anderen Mann 20.000 Euro für den Tod des vermeintlichen Mörders geboten haben und muss sich ab 2. Februar unter anderem wegen Mordes als Bestimmungstäter verantworten. Ihm drohen zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Im Februar 2019 kam es in einem Lokal in Regau (Bezirk Vöcklabruck) zu einer Massenschlägerei zwischen Angehörigen zweier Familien aus Mazedonien, die mit einem Toten und zwei Schwerverletzten endete.

Wer dem Opfer in dem Tohuwabohu im dunklen, engen Lokal die tödlichen Messerstiche zugefügt hatte, konnte auch ein Prozess nicht klären. Der vermeintliche Haupttäter, ein damals 20-jähriger Österreicher mit mazedonischen Wurzeln, wurde zu 30 Monaten Haft, zehn davon unbedingt, verurteilt.

An eben diesem nunmehr 22-Jährigen wollte sich ein 29-Jähriger – der auch an der Massenschlägerei teilgenommen und dafür eine Bewährungsstrafe erhalten hatte – im Herbst rächen, weil er ihn für den Mörder seines Bruders hielt.

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Der 29-Jährige soll einem anderen Mann im September in einem Lokal in Attnang-Puchheim 10.000 Euro angeboten haben, wenn er den 22-Jährigen „krankenhausreif“ schlage, so dass er zugebe, den Bruder 2019 getötet zu haben, zitierte Gerichtssprecherin Gerlinde Hellebrand aus der Anklage.

20.000 Euro soll der 29-Jährige demnach für den Fall in Aussicht gestellt haben, dass der andere den 22-Jährigen an einen Ort lockt und ihn umbringt oder ihn ihm und seiner Familie überlässt.

Der Angeworbene ließ sich auf den Handel nicht ein, sondern warnte das Opfer und ging mit ihm gemeinsam zur Polizei. Der 29-Jährige wanderte daraufhin in Untersuchungshaft. Der Geschworenenprozess ist vorerst für zwei Tage anberaumt.

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