5-Punkte-Plan zur Pflegereform

ÖVP-Sozialsprecher Wöginger: „Das Thema Pflege geht uns alle an“

ÖVP-Klubobmann August Wöginger präsentierte am Dienstag einen 5-Punkte-Plan zur Pflegereform.
ÖVP-Klubobmann August Wöginger präsentierte am Dienstag einen 5-Punkte-Plan zur Pflegereform. © ÖVP-Parlamentsklub/Nidetzky

„Das Thema Pflege geht uns alle an. Denn wir alle wollen alt werden, und das in Würde. Damit wir das auch gewährleisten können, starten wir jetzt den dafür notwendigen Prozess“, sagte am Dienstag ÖVP-Klubobmann und Sozialsprecher August Wöginger.

Derzeit beziehen 460.000 Menschen in Österreich Pflegegeld, 950.000 Personen pflegen ihre Angehörigen. „Wir sind diesen Menschen verpflichtet und setzen uns als Volkspartei für die bestmögliche Qualität in der Pflege ein“, streicht Wöginger fünf Punkte heraus:

  • Daheim vor stationär – die Pflegeversorgung soll so viel wie möglich daheim oder ambulant erfolgen und nur so viel wie notwendig stationär.
  • Unterstützung der pflegenden Angehörigen – Ziel ist die Einführung eines Pflege-Daheim-Bonus. Zudem soll es monatlich einen pflegefreien Tag für pflegende Angehörige geben, um diese zu unterstützen und prophylaktisch einem Burnout-Syndrom entgegenzuwirken.
  • Eine Personaloffensive – unter Berücksichtigung eines altersangemessenen Curriculums soll eine Pflegelehre PFA eingeführt werden, bestehende Instrumente wie Implacement-Stiftungen und Fachkräfte-Stipendien sollen verstärkt genutzt werden. Besonders wichtig sei auch das Projekt der „Community Nurses“ in 500 Gemeinden, durch das Angehörige professionelle Unterstützung und Beratung erhalten.
  • Deregulierung und Digitalisierung – es gilt, Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und für eine Rückbesinnung weg von der Bürokratie und wieder hin zu den Patientinnen und Patienten zu sorgen. Im Bereich der Digitalisierung soll geprüft werden, ob das bestehende E-Card-System auch für Pflegeleistungen genutzt werden kann.
  • Finanzielle Absicherung für die Zukunft – sowohl Palliativpflege als auch Hospiz sollen in die Regelfinanzierung überführt werden.

Anschober zufrieden mit Beteiligung an Umfrage

Seit zwei Wochen führt das Gesundheits- und Sozialministerium eine digitale Befragung zur Pflegereform durch. 5400 Personen haben sich beteiligt, 1550 davon haben bereits den gesamten Fragebogen ausgefüllt. Sozialminister Rudi Anschober: „Dieses Mitmachen ist sensationell und zeigt, wie groß der Druck und die Notwendigkeit für eine Pflegereform sind.“

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