70 Prozent der Butter in den Supermarkt-Regalen aus Österreich

70 Prozent der Butter in den Regalen der Supermärkte kommt aus Österreich, bei 19 Prozent wird Deutschland als Herkunftsland angegeben, bei fünf Prozent Irland, den Rest teilen sich die übrigen EU-Länder.

Das ergab der erste sogenannte Regionalitätscheck des Bauernbundes, der von Ende November bis Anfang Dezember in Oberösterreich durchgeführt wurde. Fazit: Will man sicher gehen, Butter aus Österreich zu kaufen, ist das AMA-Gütesiegel unabdingbar.

„Das Ziel muss sein, höher als auf 70 Prozent zu kommen“, forderte Bauernbund-Präsident Georg Strasser in einer Pressekonferenz am Dienstag. Dazu brauche es aber keinen erhobenen Zeigefinger, sondern wichtig sei die Transparenz in der Herkunftskennzeichnung. „2021 wird ein entscheidendes Jahr“, sagte er, um diesbezüglich national und auf europäischer Ebene weiterzukommen. Ein AMA-Produkt müsse zu 100 Prozent aus Österreich kommen, in Deutschland gelte Butter aus Rahm, der im Inland aus importierter Milch hergestellt wurde, als inländisch, führte Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) aus.

Für den Check schauten sich Jungbauern aus Oberösterreich unter der Leitung von Obmann Christian Lang 435 Produkte bei 34 Lebensmitteleinzelhändlern an. 14 Prozent der Artikel waren gerade in Aktion. 40 Prozent des Jahresumsatzes bei Butter komme aus Aktionen, erklärte Lang. Das verleite natürlich zu Großeinkäufen, schade aber den Bauern, weil der Preis dadurch nach unten gedrückt werde.

Oberösterreichs Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger hob hervor, dass Eigenmarken der Handelsketten pro Kilo um 2,73 Euro günstiger seien als Markenprodukte. „Der Rohstoff hinter der Verpackung ist austauschbar“, betonte sie und riet, auf die Herkunftskennzeichnung und das AMA-Gütesiegel zu achten „sonst ist drin, was grad günstig ist“.

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In Österreich werden jährlich 37.000 Tonnen Butter produziert, 16.000 Tonnen werden importiert, erklärte Költringer. Die Importe würden in der Weiterverarbeitung landen, „überall dort, wo man nicht sieht, woher die Butter kommt“. Zehn Prozent der heimischen Butter würden exportiert. Strasser betonte abschließend, „wir haben nicht zu wenig Butter in Österreich, wir haben ausreichend Milch“. Nachfrage und Verbrauch hätten sich in den vergangenen Jahren erhöht, so Költringer. Die Butter gewinne kontinuierlich Marktanteile gegenüber pflanzlichen Alternativen, saget Langer-Wenginger.

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