70 Prozent der oö. Gewässer „in gutem ökologischen Zustand“

Die ersten warmen Tage haben den Sommer angekündigt, seit Montag entnimmt das Land Oberösterreich wieder Wasserproben an seinen Badeseen und Flüssen. 66 Bade- und 17 Flussstellen werden bis August jene nach Besucherfrequenz zwischen zwei und fünfmal bakteriologisch untersucht.

Aber nicht nur die Badeeignung steht im Focus, auch der Allgemeinzustand der Seen wird seit 15 Jahren beobachtet. Mit der Qualität von Mond- und Traunsee ging es wieder nach oben.

Auch wenn Oberösterreichs Badeseen ungebrochen von hoher Wassergüte seien, einige sogar über Trinkwasserqualität verfügen, wurden in einer Messreihe zudem die ökologischen und nährstoffbezogenen Zustände von 14 Seen erhoben. So ging es darum, toxische Belastungen wie etwa durch Blaualgen festzuhalten oder die Wärmeentwicklung des Wassers aufzuzeichnen.

Außerdem wurden Wasserinhaltsstoffe analysiert und Trends erfasst. Das Ergebnis: 70 Prozent der Gewässer entsprechen „den Zielvorgaben der Wasserrahmenrichtlinie“ und sind zumindest in einem „guten ökologischen Zustand“, erläuterte Sabine Kapfer von der Abteilung Wasserwirtschaft in einer Pressekonferenz mit Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) am Dienstag.

20 Prozent der Seen haben jedoch zu viele Nähstoffe. Traun- und Mondsee etwa besaßen Qualitätsprobleme. Im Traunsee hatte sich durch langjährige Einleitungen aus der Sodaproduktion in 80 bis 100 Metern Tiefe eine salzhaltige, sauerstoffarme Schicht gebildet, weshalb es keine Vollzirkulation des Wassers mehr gegeben habe, so Kapfer. Nach dem Stopp der Sodaherstellung dauerte es 13 Jahre bis 2018 jene Schicht so verdünnt war, dass das Wasser wieder von der Oberfläche bis zum Grund kreisen kann.

Der Mondsee wiederum verfügte wegen der Nährstoffverhältnisse über eine kritische Sichttiefe. Vor allem die Landwirtschaft war gefordert. So wurde die Güteaufsicht Landwirtschaft 2013 auf den Mondsee ausgeweitet und es wurde verstärkt auf das ordnungsgemäße Ausbringen von Gülle geschaut, hieß es weiter.

Aber auch die Phosphorfällung in der Verbandskläranlage sei optimiert worden. Seit 2015 befindet sich der Mondsee nun in einem guten ökologischen Zustand.

Als Herausforderung für die Zukunft der Gewässer nannte Kaineder einmal mehr den Klimawandel. Eine Erhöhung der Wassertemperatur übe massiven Einfluss auf das Ökosystem Wasser aus, warnte er.

Um eine zu starke Erwärmung der Flüsse zu verhindern, habe man begonnen, die Ufergehölze wieder wachsen zu lassen. Eine natürliche Beschattung wirke der Erwärmung des Wassers entgegen.

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