80 Prozent werden daheim gepflegt

OÖ-Seniorenbundobmann Pühringer fordert Erhöhung des Pflegegeldes

Im prekären Bereich Pflege wünscht sich die Präsidentin des Seniorenrates Ingrid Korosec eine stärkere Anhebung des Pflegegeldes. Die von der Regierung in Aussicht gestellte Anhebung ab 2020 um ein Prozent ist für sie „nicht das Gelbe vom Ei“. Sie gehe aber davon aus, dass sich das noch ändern könne, weil die Regierung ja jetzt nur einmal eine Punktation vorgelegt hat und das Konzept erst nächstes Jahr ausgearbeitet werden soll.

Zeitnahe Umsetzung

Oberösterreichs Seniorenbund-Obmann LH a. D. Josef Pühringer begrüßt die Punktation des Masterplans Pflege, weil er „meines Erachtens die Schwerpunkte richtig nennt. Es wird jetzt notwendig sein, dass die Schwerpunkte auch zeitnah umgesetzt werden“. Am wichtigsten scheint Pühringer, dass es eine Offensive für die Pflegeberufe gibt, denn „einerseits können wir derzeit schon die Pflegeheimplätze nicht besetzen, weil wir zu wenig Pfleger haben, und andererseits sind wir in einem hohen Ausmaß an ausländische Arbeitskräfte gebunden. Die Einführung der Pflegelehre scheint mir ein Gebot der Stunde. Personal ist das Wichtigste, denn ohne Personal gibt es keine Pflege“.

Entscheidend sei auch die Pflege zu Hause. 80 Prozent und mehr würden zu Hause gepflegt und nur deswegen funktioniere auch das Pflegesystem derzeit noch. Eine Wertschätzung für die pflegenden Angehörigen bedeute auch, dass die unteren Pflegestufen mehr Pflegegeld bekommen. „Denn wenn ich erst ab der Stufe vier beginne, dann schließe ich praktisch den größten Teil der Pflege zu Hause aus“, so Pühringer. Nur wenn einerseits die pflegenden Angehörigen ein Pflegegeld bekämen und andererseits auch die mobilen Dienste ausgebaut würden, dann werde die Chance bestehen, dass sie diese Pflegedienste auch in Zukunft machen.

„Mehr als 50 Prozent derer, die pflegen, sind Menschen über 60 Jahre“, betont Pühringer. „Die Generation 60plus ist also nicht nur die Generation der Gepflegten, sondern sie ist vor allem auch die Generation der Pfleger. ,Daheim statt im Heim’ ist das richtige Motto.“

Dialog mit Betroffenen

Caritas und Diakonie begrüßten am Donnerstag, dass sich die Regierung des Themas Pflege annehmen will. Caritas-Präsident Michael Landau hofft, dass es „nicht bei punktuellen Lösungsansätzen bliebt, sondern die Pflege in ihrer Gesamtheit reformiert und zukunftsfest gestaltet wird“. Die Diakonie forderte zudem die Regierung zu einem breiten Dialog mit allen Betroffenen auf.

„Sofortigen Handlungsbedarf“ sieht die SPÖ beim Thema Pflege. So legte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner ein Konzept vor, das zentrale Pflegeservicestellen, Anspruch auf Pflegekarenz, ordentlichen Lohn für Pflegepersonal und eine staatliche Pflegegarantie vorsieht.

-he-