Abarth 595 Esseesse 1.4 Turbo: Kurz und knackig

Der Abarth 595 Esseesse ist ein wieselflinker Spaßgeselle ohne großen Schickschnack und Gimmicks. Braucht er auch nicht, denn der Kurze (3,66 Meter) fährt sich einfach knackig.

Es gibt Autos, die wachsen einem gleich ans Herz – da spielt die Ausstattung keine große Rolle, die müssen auch nicht sonderlich bombastisch oder teuer sein und auch Hubraum, PS oder Beschleunigung müssen nicht auf Formel-1-Niveau sein.

Der Abarth 595 Esseesse ist so ein Auto. Warum? Vielleicht liegt es an der bewegten Firmengeschichte in Bologna gegründeten Autoherstellers. Der Markenname geht dabei auf den Wiener Carlo Abarth zurück, der die Firma anno 1949 mit Armando Scagliarini aus der Taufe hob.

Typenschein

Abarth 595 Esseesse 1.4 Turbo

Preis: ab € 32.190,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 32.190,-; einen Abarth 595 gibt es ab € 22.590,-
NoVA/Steuer: 8 %/ € 924,48 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne km-Begrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 8 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 15.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Turbolader, 1368 cm³, 132 kW/180 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 230 Nm bei 2500 U/min
Getriebe: Fünfgangschaltung
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,9 s
Leistungsgewicht: 5,81 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 7,8 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 8,3 Liter
CO2-Ausstoß: 155 g/km
NOx: 0,016 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 3660/1627/1485 mm
Radstand: 2300 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1045/1425 kg
Kofferraum: 185-550 Liter
Tank: 35 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 205/40 R17 84W auf 17“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA
Airbags: 6

Das Logo, das klarerweise auch prominent und mittig auf Front und Heck des 595 Esseesse 1.4 Turbo prangt, ist übrigens ein Skorpion; das Sternzeichen Abarths. Abarth wurde 1971 schließlich an Fiat verkauft – der Abarth 595 baut ja auch auf dem Fiat 500 auf.

Der Markenname wurde übrigens erst 2007 wieder offiziell eingeführt. Aber sei es, wie es sei. Den schnuckeligen und rund gehaltenen Abarth 595 mit seinen weißen 17er-Alus muss man einfach liebhaben, dabei geht´s in dem Viersitzer ganz schön zur Sache.

Denn unter der Haube werkt ein rotzfrecher 1400er-Benziner. Das aufgeladene, 180 PS starke Aggregat schiebt den Abarth lautstark und vehement voran, wobei es ab 3000 Touren so richtig zur Sache geht.

Die Fünfgangschaltung ist natürlich kurz und knackig mit herrlich abgestimmten Schaltwegen; ein sechster Gang hätte dem Abarth allerdings nicht geschadet. Der gedopte Fiat 500 läuft dabei speziell im Sportmodus zur Hochform auf: Dann färbt sich das runde Kombiinstrument rot, rückt den Drehzahlmesser ins Zentrum.

Die Lenkung ist dann superstraff, die Gasannahme wunderbar direkt, der Sportauspuff röhrt so richtig. Dank lediglich 1045 Kilogramm Kampfgewicht schlängelt sich der Abarth behände durch Stadt und Land, Kurven nimmt er mit Bravour, die straffe Straßenlage muss man halt in Kauf nehmen.

Dank der tiefen (und engen) Sportsitze fühlt man sich von Beginn an wie ein Rennfahrer in der 3,66 Meter langen Rennsemmel. Assistenzsysteme bietet der Abarth nicht, hier ist noch selbst lenken und bremsen gefragt. Und Stichwort Bremsen: Diese packen wohl dosiert und zur Not eisenhart zu. Der Verbrauch ist mit gut acht Litern gerade noch erträglich, aber in der Höhe nachvollziehbar.

Die viel Seitenhalt bietenden Sportsitze mit roten Kontrastnähten und eingesticktem Abarth 70-Schriftzug gehören im 595 Esseesse zum Serientrimm wie das Lederlenkrad, die Sportpedalerie, die getönten hinteren Scheiben, die Bi-Xenon-Scheinwerfer und der Kit Estetico mit Abarth Seitenstreifen und Spiegelkappen in Weiß.

Neben dem zentralen Rundelement hinter dem wuchtigen Dreispeichen-Lederlenkrad dominiert der Sieben-Zoll-Touchscreen das mit viel Plastik ausgekleidete Cockpit. Die Menüführung ist kinderleicht, die Smartphone-Kopplung klappt auch wunderbar, lediglich die virtuellen Tasten auf dem Touchscreen sind viel zu klein geraten – da lässt das Mäusekino grüßen. Die elektrischen Fensterheber sind mittig neben dem runden Schaltknauf positioniert.

In Summe zeigt sich der Abarth innen mit viel Plastik, aber guter Verarbeitung und etlichen Motorsport-Anleihen.

Hinten sitzen will man lieber nicht, der Wochenendeinkauf passt gerade einmal so in den klitzekleinen (185 Liter) Kofferraum. Macht aber nix, das ist ein Parkplatzheld und emotionales Spaßauto mit bedingtem Alltagsnutzen zu einem respektablen Preis.

Fazit

Kurz und knackig gesagt: der Abarth 595 Esseesse vereint Fahrspaß und Emotion.

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