Abbau von 900 Vollzeitstellen bei Tuifly im Gespräch

TUI-Chef Friedrich Joussen hat Reuters-Informationen bestätigt, wonach beim Ferienflieger Tuifly wegen der Coronakrise rund 50 Prozent der Vollzeitstellen wegfallen könnten. „Ich meine, dass es etwa die Hälfte sein müsste. Wir reden über 900 Vollzeitstellen“, sagte der Vorstandschef der TUI Group am Montag bei einer Videokonferenz des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP).

Ein Unternehmenssprecher ergänzte, die Verhandlungen zwischen der TUI Deutschland und der Tuifly gingen erst los. Es sei bereits ein Konzept vorgestellt worden. Reuters hatte von mehreren Insidern erfahren, dass von den knapp 2.000 Vollzeitstellen fast 1.000 wegfallen dürften. Dies betrifft demnach rund 270 Piloten, etwa 430 Flugbegleiter, rund 190 Techniker und rund 100 Beschäftigte in der Verwaltung und beim Bodenpersonal.

Tuifly ist die Airline des weltgrößten Tourismusunternehmens TUI. Dies hatte jüngst den Abbau von konzernweit rund 8.000 Arbeitsplätzen angekündigt, um in der Viruspandemie gegenzusteuern.

Unterdessen versprach TUI Deutschland nach Kritik von Kunden wegen ausbleibender Antworten auf Stornierungswünsche eine rasche Bearbeitung und baldige Erstattungen. Man habe zunächst von einzelnen Überweisungen auf ein automatisches System umstellen müssen, erklärte ein Sprecher am Montag. Nun seien „die Prozesse so weit aufgesetzt“.

Geschäftsführer Marek Andryszak sagte der „Bild“-Zeitung: „Das hat nicht sofort geklappt. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich weiß aber auch, dass die Kunden bis Mitte/Ende kommender Woche das Geld für alle Reisen, die bis zum 15. Mai abgesagt wurden und bei denen eine Erstattung gewünscht ist, auf ihren Konten haben werden.“

TUI Deutschland hatte Urlaubern in der Coronakrise Rückzahlungen angeboten. Mitte Mai ergänzte das Unternehmen dann mit Blick auf die verspätet gestartete Sommersaison: Wer bis Ende Juni buche, könne nötigenfalls bis 14 Tage vor Abreise kostenlos stornieren – die Anzahlung gebe es dann zurück. Eine gebührenfreie Umbuchung bis zwei Wochen vor Abreise ist ebenfalls möglich, es gibt zudem „Treueboni“.

Es kam jedoch auch zu Beschwerden wegen verzögerter Reaktionen. „Da haben die allermeisten Kunden Recht, dass wir nicht fristgerecht geantwortet haben“, so Andryszak. Die Rückholung von Urlaubern habe in den ersten Krisenwochen viel Arbeit gebunden. Außerdem war erst unklar, ob ein Gutscheinsystem kommen würde. „In den Wochen danach haben wir uns darauf gestürzt, die Zahlungen zurückzuüberweisen.“

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