Aber das Leben lieben!

Posthof: Ahoi!Pop feiert 10 Jahre, Festival heuer von 18. 10. bis 17. 12.

Sieht so Pop im Jahr 2021 aus? Leider noch nicht Post-Corona-Zeit: Der Schweizer Faber eröffnet am 18. 10. Ahoi!Pop.
Sieht so Pop im Jahr 2021 aus? Leider noch nicht Post-Corona-Zeit: Der Schweizer Faber eröffnet am 18. 10. Ahoi!Pop. © Peter Kaaden

„Inspiration, Vision, Qualität und ganz viel Herzblut.“ Gernot Kremsner spricht von den Pop-Perlen, die von 18. Oktober bis 17. Dezember das Ahoi!Pop-Festival im Linzer Posthof beehren. Kremsner, der musikalische Leiter des Zeitkulturhauses, könnte ebenso das 10-Jahres-Jubiläum des Festivals ansprechen.

Geboren aus dem simplen Gedanken „Linz braucht ein Popfestival“ mit dem Zusatz: Die Musikfans sollen nicht mehr unbedingt nach London oder Barcelona fliegen müssen. Seit Anbeginn über 150 Bands und Acts, unzählige Anekdoten wie jene von Ex-Kicker Mehmet Scholl. Der machte einst seinen Popgöttern, den Hidden Cameras, ausgerechnet in Linz seine Aufwartung.

Heuer? Zehn Abende, Corona schränkt den internationalen Fokus merklich auf das „D-A-CH“ ein, Musiker aus Deutschland, Schweiz und heimischen Gefilden. Eine erfreuliche Ausnahme der Australier Scott Matthew, den die Pandemie in New York band und der nun doch endlich seine Europa-Tournee antreten kann. Hohe Singer/Songwriterkunst, schwer melancholische Schlagseite. Vom Ersehnen und Verschwinden der Liebe kündet Matthew am 21. 10.

„Mehr oder Weniger“

Den Auftakt von Ahoi!Pop macht am 18. 10. der Schweizer Liedermacher Faber. Einen „Chronisten“, der ihn bisweilen an Helmut Qualtinger erinnere, kündigt Musikchef Kremsner an: „Charmant, räudig, grandiose Songs.“ Widersprüchliche Gegenwart, gibt wirklich nur noch die Oberfläche Halt? Fabers Konzert ist leider schon ausverkauft, Trost spendet vielleicht das schöne Motto des aktuellen Albums: „I Fucking Love My Life“.

„Mehr oder Weniger“ betiteln die Linzer HipHop-Legenden Texta ihren aktuellen Tonträger. Seit dem Frühjahr 1993 beisammen, nach dem allzu frühen Tod von Huckey im Jahr 2018 drohte das Bandende. Doch Huckey hätte eine Auflösung wohl kommentiert mit: Saz deppat? Deshalb weitermachen, neue Energie, „Mehr oder Weniger“ zeugt davon. Die Fans kommen am 30. 10. im Posthof in den Genuss des nunmehrigen Trios.

10.7. Element Of Crime

Ahoi!Pop mit einem erfreulich hohen Frauenanteil, Frauen scheinen aktuell auch die heimische Szene zu dominieren. Geballt mitzuverfolgen am 5. 11., wenn Mira Lu Kovacs auftritt. Noch größer sollte die Vorfreude auf Kovacs´ Vorgängerin an diesem Abend sein: die vom verstorbenen FM4-Moderator Martin Blumenau einst völlig zu Recht auf den Pop-Schild gehobene „Monsterheart“. Die Wiener Musikerin, bürgerlich Anna Attar, in einem betörenden Mix irgendwo zwischen Sixties, Psychedelic und Zeitgenössischem. Empfehlung!

Die guteste Nachricht zuletzt: Ahoi!Pop hat sich in den letzten Jahren zu Sommerszeiten bekanntlich in den Linzer Donaupark erweitert. Am Donnerstag wurde bekanntgegeben: Am 10. Juli 2022 treten Element Of Crime an der Donaulände auf.

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