Abgesetzter Bürgermeister Istanbuls startet Wahlkampagne

Einen Monat vor der Wahlwiederholung in Istanbul hat der Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu seinen Wahlkampf begonnen. Dabei kritisierte er seine Absatzung. Man habe ihm sein “verdientes” Mandat weggenommen, sagte Imamoglu am Mittwoch in Istanbul vor mehr als 2000 Anhängern und Parteimitgliedern.

Imamoglu warf der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, die Istanbul jahrelang regiert hatte, zudem vor, öffentliche Gelder verschwendet zu haben. “Diese Verschwendungspolitik werden wir alle zusammen ändern”, sagte er. Imamoglu gab sich zuversichtlich, die Wahl zu gewinnen und versprach, der Bürgermeister aller Einwohner und über Parteigrenzen hinweg zu sein.

Imamoglu von der größten Oppositionspartei CHP hatte die Bürgermeisterwahl in Istanbul am 31. März knapp vor dem früheren Ministerpräsidenten Binali Yildirim gewonnen. Allerdings annullierte die Hohe Wahlkommission die Abstimmung Anfang Mai wegen angeblicher Regelwidrigkeiten und ordnete eine Wiederholung am 23. Juni an. Sie gab damit einem Antrag der AKP statt. Die Entscheidung wurde international kritisiert. Die Wahlbehörde hat eine detaillierte Begründung angekündigt, die allerdings noch aussteht.

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