Meinung

von Manfred Maurer

Abhörvirus

In der digitalen Welt ist sie gefürchtet wie das Coronavirus: Die Infektion von Kommunikationstechnik mit dem Huawei-Virus. Der chinesische Konzern steht im Verdacht, seine 5-G-Technologie mit einem geheimen Datenabsaugtool zu liefern, welches das nach globaler Dominanz strebende Pekinger Regime nach Belieben einschalten kann.

Ungeachtet aller Beteuerungen der Huawei-Chefs ist Vorsicht geboten. Eine auf China fokussierte Immunisierungsstrategie griffe allerdings zu kurz. Die gerade aufgeflogene „Crypto“-Affäre erinnert uns nämlich daran, dass Lauschangreifer überall laueren.

In der neutralen Schweiz hielten sich Deutschland und die USA eine Firma, die der halben Welt mit Abhörtechnik infizierte Technik zu Abwehr von Abhöraktionen verkaufte.

Das ist zwar eine alte Geschichte aus dem vorigen Jahrhundert. Aber es gibt garantiert aktuelle Versionen dieser Geschichte. Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden wissen wir auch, dass die Unterscheidung zwischen Freund und Feind so überflüssig ist wie bei der Abwehr von Schnupfen- oder Coronaviren.

„Eine auf China fokussierte Immunisierungsstrategie griffe allerdings zu kurz.“

Auch der Freund kann ansteckend sein. Vielleicht sogar ansteckender als der Feind, mit dem von vornherein einen distanzierterer Umgang gepflegt wird als mit einem vermeintlich vertrauenswürdigen Verbündeten.

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