Abseits seiner Sinfonien

Brucknerbund Ansfelden bereitet sich mit Konzertreihe auf Jubiläumsjahr vor

Dieses Bild kennt man von Bruckner — seine Geburtsstadt Ansfelden macht sich daran, den Musiker dahinter ins Rampenlicht zu stellen.
Dieses Bild kennt man von Bruckner — seine Geburtsstadt Ansfelden macht sich daran, den Musiker dahinter ins Rampenlicht zu stellen. © dpa

Wer „Seven Nation Army“von der Band The White Stripes hört, wird das bestimmende Motiv des Kultsongs aus dem Jahr 2003 nicht mehr so schnell aus den Gehörgängen bekommen. Kein Wunder, wurde doch klar erkennbar auf Meister Anton Bruckner und seine 5. Sinfonie zurückgegriffen. Auch Fußballfans skandieren zu der Melodie ihre Anfeuerungen in den Stadien.

„Wir spielen Bruckner, wie er wirklich war“

bezahlte Anzeige

Dass Bruckner cool sei, will die Vizebürgermeisterin und Kulturstadträtin von Ansfelden, Renate Heitz, aber nicht hören. „In Ansfelden spielen wir Bruckner, wie er wirklich war und das, was er geschaffen hat“, sagt Heitz in Hinblick auf eine neue Konzertreihe, die in der Geburtsstadt Bruckners von 8. bis 22. November ihre Premiere feiert. Gedacht sind die Konzerte als „musikalischer Schwung“ Richtung 2024, dem 200. Geburtsjahr des oberösterreichischen Komponisten. Veranstaltet wird die Reihe, die heuer unter dem Motto „Bruckner und seine Wurzeln“stattfindet, vom Brucknerbund Ansfelden, seit vergangenem Jahr unter der Leitung von Peter Aigner.

„Es gibt auch viele kleinere Werke von Bruckner“, so Aigner, der die Reihe „abseits der Sinfonien“ programmiert hat. Man sehe sich als Brucknerbund Ansfelden nicht als Konkurrenz zum Linzer Brucknerhaus oder zu St. Florian, aber „Bruckner ist in Ansfelden gleichermaßen zu würdigen wie Mozart in Salzburg.“ Bis 2024 wird die Reihe jährlich veranstaltet, für das Jubiläumsjahr seien bereits erste Ideen geboren, so Aigner. Man könne sich beispielsweise einen Film über Bruckners Jahre in Ansfelden vorstellen. Auch der Brucknerwanderweg zwischen Ansfelden und St. Florian wird runderneuert.

Am 8. November startet die neue Reihe mit einem Konzert des Quartetto Serioso im Anton Bruckner Centrum (ABC) Ansfelden. Zu hören sein wird u.a. Bruckners selten gespieltes Streichquartett c-Moll, das erstmals Anfang der 1950er-Jahre aufgeführt wurde. Am 11. November werden der Gottesdienst in der Pfarrkirche Ansfelden sowie der anschließende Frühschoppen vom Brucknerbund gestaltet, das am 15. November im ABC stattfindende Künstlergespräch — diesmal mit Dennis Russell Davies — soll auch außerhalb der Reihe seine Fortsetzung finden. Die Preisträger des oö. Landeswettbewerbs „Prima la musica 2018“ spielen am 18. November in der Musikschule Haid/Ansfelden auf und Werke von Anton Bruckner stehen auch am 22. November auf dem Programm, wenn das Blechbläser-Ensemble R.E.T. Chamber Brass im ABC Blasmusik auf höchstem Niveau präsentiert. mmo

*

Infos und Karten: www.brucknerbund-ansfelden.at