Achtung, Dämmerungseinbrecher: „Täter sind besonders einfallsreich“

Zwischen Oktober und März wieder Hochsaison — Polizei setzt Schwerpunktaktionen und will Bevölkerung sensibilisieren

Von Renate Enöckl

LINZ — Sie sind wieder unterwegs: Einbrechergruppen, die im Schutz der Dunkeln in Wohnhäusern oder Wohnungen zuschlagen, haben im Herbst und Winter Hochsaison. Obwohl derzeit die Lage noch ruhig ist und die Zahl der Dämmerungseinbrüche in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, ist die Polizei alarmiert und verstärkt ihre Präventions- und Überwachungsarbeit. „Zwischen Oktober und März setzen wir wieder unsere Schwerpunkte“, sagt Adolf Wöss, der Leiter der Präventiongruppe beim Landeskriminalamt zum VOLKSBLATT.

Heißt: Die Polizei verstärkt die Streifentätigkeit im ganzen Land — Beamte in Uniform und Zivil sind an Hotspots unterwegs. Zudem werden Kontrollen an strategischen Plätzen intensiviert. Und nicht zuletzt wird auch vor Ort auf die Bevölkerung zugegangen. Sehen Beamte „Einladungen“ für Einbrecher wie gekippte Fenster, etc., machen sie die Bewohner darauf aufmerksam.

In Oberösterreichs Haushalte flattern in diesen Tagen im Rahmen der Kampagne „von Haus aus sicher“ Infoblätter mit Verhaltenstipps (siehe Kasten oben) und auch Infoveranstaltungen mit der Polizei — heute etwa im Volkshaus Froschberg in Linz — werden durchgeführt.

Gut organisierte Tätergruppen

Eine gute Prävention ist durchaus wichtig, denn „die Täter sind sehr einfallsreich“, sagt Wöss. Meist handelt es sich bei ihnen um gut organisierte, ausländische Gruppen, die teilweise zu den Taten extra einreisen und danach gleich wieder das Land verlassen. Ihre Opfer wählen sie sorgfältig aus: Entweder wird vor Ort ausgekundschaftet oder man greift auf das Internet zurück — Stichwort: Urlaubspläne in sozialen Netzwerken. Aber auch über lokale Online-Verkaufsplattformen wurden bereits potenzielle Opfer gefunden.

Aufmerksame Nachbarn oft besonders hilfreich

Im Kampf gegen die Tätergruppen setzt die Polizei auch auf aktive Nachbarschaftshilfe. „Wer in der Umgebung verdächtige Beobachtungen macht — auch tagsüber —, der sollte sich nicht scheuen, den Polizeinotruf 133 zu wählen“, sagt der Präventionsexperte. In den letzten Jahren konnten durch die Mithilfe der Bevölkerung mehrere Banden ausgeforscht werden, hofft Wöss auch heuer auf die Hilfe der Landsleute.

Einbrechern keine Chance geben

  • Zeitschaltuhren im Inneren und außen (Beleuchtung) signalisieren Anwesenheit
  • ungelehrte Briefkästen signalisieren Abwesenheit
  • Türen, Fenster, Garten- und Garagentore (ver-) schließen
  •  Einstiegshilfen (Leitern, Werkzeug, etc.) entfernen
  • Keine größeren Geldbeträge im Haus horten, Schmuck in Tresor oder Bankschließfach
  • Ein „Warnung vor dem Hund“-Schild wirkt abschreckend