Achtung im Ortsgebiet: Wer mit 59 km/h unterwegs ist, muss zahlen

Land OÖ hat per Erlass mit Anfang September die Toleranzgrenze halbiert — Ziel der Maßnahme ist eine Erhöhung der Verkehrssicherheit

Von Heinz Wernitznig

LINZ — Während man seit August auf der Westautobahn (A1) zwischen Allhaming und Sattledt wie berichtet kräftiger aufs Gas steigen kann, heißt es seit Monatsbeginn für Autofahrer im Ortsgebiet: Obacht geben! Der Grund dafür: Das Land OÖ hat per Erlass die Toleranzgrenze bei Geschwindigkeitsüberschreitungen reduziert.

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Diese beträgt seit Anfang September statt bisher 10 km/h nur mehr 5 km/h. Dazu kommt eine Toleranz von 3 km/h für eine potenzielle Ungenauigkeit des Fahrzeug- tachos. Das bedeutet, wer im Ortsgebiet mit Tempo 59 unterwegs ist, muss Strafe zahlen, heißt es aus dem Stadtamt Vöcklabruck. Und in der 30er-Zone ist bei 39 km/h Schluss mit lustig.

An der Höhe der Strafen ändert sich aber nichts. Wer etwa im Ortsgebiet um 20 km/h schneller als erlaubt unterwegs ist, dem droht ein Organmandat in der Höhe von 25 Euro. Im Falle einer Anonymverfügung beträgt die Strafe 50 Euro.

Im Büro des zuständigen Infrastruktur-Landesrates Günther Steinkellner (FPÖ) begründet man die Senkung der Toleranzgrenze mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit im Ortsgebiet zu erhöhen.

Polizei begrüßt geringere Toleranzgrenze

Klaus Scherleitner, Leiter der Landes-Verkehrsabteilung der Polizei, begrüßt im Gespräch mit dem VOLKSBLATT die Herabsetzung der Toleranzgrenze. „Im Ortsgebiet sind viele ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer unterwegs. Durch eine Reduktion der Geschwindigkeit verkürzt sich der Bremsweg und ein rechtzeitiges Anhalten wird leichter möglich“, so Scherleitner. Immer wieder erwische man im Ortsgebiet Raser, die mit 80 oder 90 km/h statt Tempo 50 unterwegs sind. Bei diesen Verkehrssündern handle es sich aber nicht um die „große Masse“.