Tote bei IS-Angriff auf Gefängnis im Osten Afghanistans

In Afghanistan haben Angreifer nur wenige Stunden vor Ende einer dreitägigen Waffenruhe ein Gefängnis im Osten des Landes attackiert und dabei mehrere Menschen getötet. Sie zündeten am Sonntag zunächst eine Autobombe und stürmten dann die zentrale Haftanstalt in der Provinz Nangarhar, wie ein Provinzsprecher sagte. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Attacke.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Attacke. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bei dem Angriff drei Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Laut Vertretern der Provinz gab es bis zu sieben Todesopfer und 25 Verwundete. Bei dem Angriff seien zudem zahlreiche Häftlinge aus dem Gefängnis entkommen, teilten die Behörden mit. Die Taliban wiesen jede Verantwortung von sich, da sie für das islamische Opferfest Eid al-Adha eine landesweite, dreitägige Feuerpause verkündet hatten.

Am Samstag hatte der afghanische Inlandsgeheimdienst den Tod des hochrangigen IS-Anführers Asadullah Orakzai verkündet, der von Spezialkräften in der Provinzhauptstadt von Nangarhar, Jalalabad, getötet worden sei. Im April hatten Spezialkommandos den Anführer des IS-Ablegers in Afghanistan, Aslam Farooqi, festgenommen. Nangarhar galt einst als Hochburg des IS in Afghanistan, bevor Afghanistan Ende 2019 den militärischen Sieg über die Terroristen verkündet hatte. Dennoch verübt der IS immer wieder Anschläge im Land.

Bereits am Freitag, wenige Stunden vor Beginn einer Waffenruhe zwischen den radikal-islamischen Taliban und der afghanischen Regierung, gab es in der Zentralprovinz einen schweren Anschlag, zu dem sich bisher niemand bekannte. Seit Monaten planen die Regierung und die aufständischen Taliban Friedensgespräche. Doch um Streit um einen Gefangenentausch waren diese ins Stocken geraten. Der Konflikt im Land geht indes brutal weiter.

Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Doha ein Abkommen unterzeichnet. Es sieht einen Abzug der internationalen Truppen sowie einen Gefangenenaustausch als vertrauensbildende Maßnahme vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Im Gegenzug versicherten die Taliban, ihre Beziehungen mit anderen Terrororganisation zu beenden. Laut einem Bericht des UNO-Sicherheitsrats bestehen aber immer noch Verbindungen zu Al-Kaida.

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