Afrikanische Schweinepest beschert den Jägern Schwerarbeit

Verstärkte Bejagung soll Gefahr für Schweinehalter reduzieren — Land OÖ erlaubt Weidmännern Einsatz von Nachtzielgeräten

Die oö. Weidmänner dürften nun zur Bejagung von Wildschweinen auch Nachtzielgeräte einsetzen.
Die oö. Weidmänner dürften nun zur Bejagung von Wildschweinen auch Nachtzielgeräte einsetzen. © Kaspar Grinvalds - stock.adobe.com

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Polen und mehreren östlichen Nachbarländern lässt bei Oberösterreichs Agrarpolitikern die Alarmglocken schrillen. Denn mit rund einer Million geschlachteten Schweinen pro Jahr und etwa 8000 Haltern ist Oberösterreich besonders gefährdet.

„Die beste Vorbeugung gegen die Krankheit, die für Menschen aber ungefährlich ist, ist eine effiziente Bejagung von Wildschweinen, für die wir mit der am Donnerstag beschlossenen Änderung des Jagdgesetzes die Rahmenbedingungen geschaffen haben“, sagte Agrarlandesrat Max Hiegelsberger.

Konkret ist ab sofort die Verwendung von Nachtzielgeräten erlaubt. Damit können die Tiere, die ausschließlich im Dunkeln geschossen werden, noch besser bejagt werden. „Die Jäger nehmen ihre Verantwortung für Wald, Wild und Gesellschaft wahr“, sagt LAbg. Josef Rathgeb, selbst Jäger und Jagdleiter.

100 % mehr Abschüsse

Aber schon im Jagdjahr 2019/20, das mit 31. März endet, waren die oö. Weidmänner sehr aktiv. „Die Zahl der Abschüsse von Wildschweinen wird sich verdoppeln“, erläuterte Landesjägermeister Herbert Sighartsleitner. Im vorangegangenen Jagdjahr wurden etwa 2000 Stück erlegt, wobei alle Tiere untersucht werden müssen, ob sie das Virus enthalten. Man habe eine Jagdreisewarnung für alle von der Schweinepest betroffenen Länder ausgegeben.

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Für Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Karl Grabmayr und Walter Lederhilger, Obmann des Verbands der Schweinebauern, ist aber auch Fehlverhalten ein Weg der Verbreitung der Krankheit – indem weggeworfenes infiziertes Fleisch von den Tieren gefressen wird.

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