Ahnenforschung erlebt Boom

Die Suche nach den eigenen Wurzeln wird immer beliebter

Heimat- und Ahnenforschung erlebt derzeit einen regelrechten Boom: „Wir haben heuer beinahe doppelt so viele Teilnehmer wie in normalen Jahren“, sagt der Präsident des OÖ Volksbildungswerkes, Walter Zauner, im Gespräch mit dem VOLKSBLATT.

Die Rede ist vom Ausbildungslehrgang „Heimatforschung“. In zehn Modulen begibt man sich bei diesem Lehrgang auf eine Zeitreise in die Welt der Ahnen. Die Gründe für das gestiegene Interesse liegen für Zauner einerseits natürlich in der Pandemie.

Dadurch hätten viele Menschen ganz einfach mehr Zeit, sich mit Fragen wie jener nach der eigenen Herkunft zu befassen. Dazu kommt, dass der Umgang mit dem Internet ebenfalls immer selbstverständlicher wird.

Dank Digitalisierung war es auch noch sie so einfach, sich in die Vergangenheit zu begeben: „Die Pfarrmatriken reichen bereits bis ins Jahr 1650 zurück. Darin findet man so gut wie alle Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher und kann damit die eigene Familie zurückverfolgen“, so Zauner.

Kurrent als Schlüssel in die Vergangenheit

Im Lehrgang werden aber auch andere Techniken der Geschichtsforschung gelehrt: Etwa die Kurrentschrift. Sie ist in vielen Fällen der Schlüssel in die Vergangenheit. Etwa, wenn in Familien alte Schriftstücke, Briefe oder Postkarten der Vorfahren aufbewahrt und weitergegeben werden. Oft sind diese noch in Kurrent verfasst.

Eine „Geheimschrift“ für heutige Generationen. Dennoch sind gerade Kurrent-Kurse gefragt wie nie zuvor. „Die Nachfrage ist wirklich groß und der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen. Schon in wenigen Tagen kann man die Schrift lesen und auch selber schon schreiben.“

Die Teilnehmer werden übrigens immer jünger. Das Durchschnittsalter beim Ausbildungslehrgang „Heimatforschung“ liegt bei 35 Jahren. Nach zehn Kursen, in denen auch der Umgang mit Bibliotheken und Archiven gelehrt wird, verfassen die Teilnehmer eine eigene Abschlussarbeit.

Details zu dieser Ausbildung findet man unter www.akademiedervolkskultur.at

Wie ist Ihre Meinung?