Airline SAS soll unter Klimaauflagen Coronahilfen erhalten

Die skandinavische Fluglinie SAS soll unter Klimaschutz-Auflagen neue staatliche Coronahilfen erhalten. Die schwedische Regierung bat das Parlament am Montag um Zustimmung dafür, die von der Coronakrise betroffene Fluggesellschaft im laufenden Jahr mit bis zu 5 Milliarden schwedischen Kronen (476 Mio. Euro) an Kapitalzuschüssen unterstützen zu dürfen.

Neben dem Parlament muss auch die EU-Kommission den Plan absegnen. Um die Coronakrise zu überstehen, sei frisches Kapital von umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro, teilte SAS mit. Die Anteilseigner Schweden und Dänemark stützen die Airline bereits mit rund 310 Millionen Euro Kredit. Die schwedische Regierung will ihre Beteiligung von 14,8 Prozent über Aktien aufstocken. Der dänische Staat hält 14,2 Prozent an SAS

Im Namen des Staates sollten Aktien oder Beteiligungen erworben oder andere Maßnahmen ergriffen werden, hieß es in einer Mitteilung des schwedischen Wirtschaftsministeriums. Im Gegenzug wolle die Regierung darauf hinwirken, dass sich SAS gemäß der Pariser Klimaziele ambitioniertere Ziele zur CO2-Reduzierung setze. Der Kohlendioxid-Ausstoß müsse sehr deutlich und schnell verringert werden, sagte Finanzmarkt- und Verbraucherminister Per Bolund in Stockholm. Dem schwedischen Flughafenbetreiber Swedavia will die Regierung mit umgerechnet rund 300 Millionen Euro ebenfalls unter die Arme greifen.

Auch der dänische Staat will SAS helfen. Wie das Finanzministerium in Kopenhagen mitteilte, sind sich die Regierung und die weiteren Parlamentsparteien über einen Betrag zur Rekapitalisierung von SAS einig geworden. Eine Summe nannten die Dänen vorerst nicht.

SAS hat mit stark gesunkenen Passagierzahlen und Umsätzen zu kämpfen. Die Airline rechnet damit, dass die Erholungsphase für die Luftfahrtbranche trotz der jetzigen Öffnung vieler Grenzen noch bis 2022 andauern wird, ehe die Nachfrage auf Vor-Krisen-Niveau zurückgekehrt ist.

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