Aktionäre heizen Bayer ein

Unmut vor Hauptversammlung wegen Kursverlusts durch Monsanto

Auf eine turbulente Woche stellt man sich beim deutschen Pharma- und Chemieriesen Bayer ein. Vor der Hauptversammlung am Freitag wird der Gegenwind für das Management rauer.

Die Aktionäre sind nicht zu unrecht ungehalten: Seit der 63 Mrd. Dollar schweren Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto im vergangenen Sommer hat Bayer gut 37 Mrd. Euro an Börsenwert verloren. Grund sind vor allem die anhängigen Schadenersatzklagen in den USA wegen der von Monsanto vertriebenen Unkrautvernichter mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.

In den USA gehen mehr als 11.200 Kläger gegen den Konzern vor. In zwei Fällen wurde der Konzern bereits zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt. Auf der Hauptversammlung könnten die Aktionäre gegenüber Vorstandschef Werner Baumann dementsprechend Dampf ablassen.

Unmut bei Aktionären

Zur Hauptversammlung liegen mehrere Anträge vor, gegen die Entlastung der Vorstandsmitglieder zu stimmen – die bisherige Geschäftsführung also nicht zu goutieren. Auch die beiden einflussreichen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis empfehlen den Aktionären, den Vorstand nicht zu entlasten –unter anderem, weil das Management die mit dem Monsanto-Kauf verbundenen Rechtsrisiken unterschätzt habe. Der Monsanto-Deal sei binnen drei Monaten zum größten und schnellsten Wertvernichter der Dax-Geschichte geworden, kritisiert etwa Experte Christian Strenger die strategische Übernahme des Konkurrenten.

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