Aktivisten: Syrische Regierungstruppen rücken auf Idlib vor

Syrische Regierungstruppen rücken nach Angaben von Aktivisten immer näher auf die Rebellenhochburg Idlib vor. Am Freitag sei es den Streitkräften des syrischen Machthabers Bashar al-Assad gelungen, die zwei wichtigen Dörfer Deir Sharki und Deir Gharbi einzunehmen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Orte liegen nur vier Kilometer von der von jihadistischen Rebellen beherrschten Stadt Maaret al-Numan entfernt. Maaret al-Numan ist eine der größten Städte in der Provinz Idlib und laut der Syrischen Beobachtungsstelle zentrales Angriffsziel der Regierungstruppen. Die Stadt liegt an der strategisch wichtigen Autobahn von Damaskus nach Aleppo nahe der Frontlinie im Süden von Idlib.

“Deir Sharki und Deir Gharbi sind die Schlüssel zur Eroberung von Maaret al-Numan”, erklärte die Beobachtungsstelle. Bei den Kämpfen um die beiden Dörfer seien sieben Angehörige der Regierungstruppen sowie 16 Kämpfer der Rebellen und dschihadistischer Gruppen getötet worden, hieß es weiter. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdul Rahman, erklärte, Regierungstruppen könnten nun von Hügeln in Deir Gharbi und Deir Sharki aus Ziele in Maaret al-Numan mit Mörserraketen angreifen.

Die Syrische Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in London und bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind die Angaben kaum überprüfbar.

Seit Dezember haben Assads Truppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe verstärkt Angriffe auf den Süden Idlibs geflogen. Nach UN-Angaben wurden seit Mitte Dezember mehr als 358.000 Menschen in Idlib vertrieben.

Zugleich gab es auch verstärkte Angriffe auf den von Rebellen kontrollierten Westteil von Aleppo. Allein zwischen dem 15. und dem 19. Jänner flüchteten nach UN-Angaben mehr als 38.000 Menschen vor der Gewalt.

Die Provinz Idlib sowie Teile von Aleppo werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger Hajat Tahrir al-Sham und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

In Idlib sollte vor zwei Wochen eigentlich eine Waffenruhe in Kraft treten, auf die sich Russland und die Türkei geeinigt hatten. Moskau steht im Syrien-Konflikt an der Seite der Regierungstruppen, Ankara unterstützt die gegen die Regierung kämpfenden Rebellen. Trotz der vereinbarten Waffenruhe hatten die Regierungstruppen in der vergangenen Woche ihre Offensive aber fortgesetzt.

In Idlib leben etwa drei Millionen Menschen, darunter zahlreiche Binnenflüchtlinge. Hilfsorganisationen warnten zuletzt vor einer massiven Fluchtbewegung innerhalb Syriens, sollte die Gewalt weiter andauern.

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