Aktuell 50 Winterschanigärten in Linz geplant

Weitere Erhöhung der Anzahl möglich – Wirtesprecher macht sich für längere Saison stark

Viele Gast- und Schanigärten sollen auch im Winter offen halten. In Linz sind bereits 50 Anträge gestellt.
Viele Gast- und Schanigärten sollen auch im Winter offen halten. In Linz sind bereits 50 Anträge gestellt. © APA/Hochmuth

Von Christoph Steiner

Die Gastgartensaison begann heuer aufgrund des Corona-Lockdowns mit Verspätung, nun planen immer mehr Wirte, auch in den Winter hinein offen zu halten. Wie man beim Linzer Magistrat berichtet, gab es schon in der vergangenen Saison 47 Winterschanigärten in der Landeshauptstadt. Mit Neu-Anträgen wurde mittlerweile die 50er-Marke überschritten. Weitere Antragstellungen seien aber nicht auszuschließen, so die Auskunft am Magistrat auf VOLKSBLATT-Anfrage.

Zuwachs auch im Sommer

Die heimischen Gast- und Schanigärten erleben in der Landeshauptstadt einen wahren Boom. Waren es gegen Ende des Jahrtausends noch rund 150 Schanigärten, die in Linz zum Verweilen einluden, stieg die Zahl heuer von 280 im Vojahr auf 291. Wie berichtet hat die Stadt Linz die Gastgartengebühren für die heurige Saison für die Benützung des öffentlichen Guts für die Zeit von 1. März bis Ende des Jahres erlassen. Vizebürgermeister Wirtschaftsreferent Bernhard Baier will aufgrund der außergewöhnlichen Situation infolge der Corona-Pandemie eine Verlängerung des Gebührenerlass über das Jahr hinaus.

Die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt ist in dieser Frage schon vorgeprescht. Dort sind Schanigärten heuer auch im Winter erlaubt und gebührenfrei, wurde gestern bekannt gegeben.

Wirtesprecher für längeres Offenhalten

Nachdem sich Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer schon vergangene Woche für ein längeres Offenhalten der Schanigärten stark gemacht hatte, betont auch Oberösterreichs Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger im Gespräch mit dem VOLKSBLATT die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme. Man sehe, dass die Gäste gerade in Zeiten wie diesen gerne die Zeit im Freien und damit natürlich auch in den Gastgärten verbringen. Die Leute würden aktuell auch länger dort verweilen, so Mayr-Stockinger.

Doch kein Alkoholverbot

Nun doch eine klare Absage erteilt WKO-Präsident Mahrer aufgekommenen Gerüchten über ein Alkoholverbot, um zu intensiven Kontakt der Besucher zu vermeiden. Angesichts der ohnehin prekären Situation für die Branche dürfe es zu keinen zusätzlichen Beschränkungen wie etwa einem Alkoholverbot in den Winterschanigärten oder auf Christkindlmärkten kommen, betont er.

Biergartl verlängert

An einer Verlängerung der Saison arbeitet man etwa schon beim Biergartl an der Urfahraner Donaulände. Die Saison werde nicht wie in den vergangenen Jahren mit Ende September beendet, sondern der Gastgarten soll den ganzen Herbst offen bleiben, kündigt das Lokal an. Überdies ist ein „Winter Biergartl“ vom 17. November bis 23. Dezember geplant, ehe es in die Winterpause geht. Das Angebot soll neben Bieren, Glühmost und Punsch auch Speisen wie gebackene Speckknödel, Bauernkrapfen oder auch Apfel im Schlafrock umfassen. Corona-bedingt war man heuer erst im Mai in diese Saison gestartet.

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