Alaba greift nach seinem dritten Champions-League-Titel

Österreichs Fußball-Star David Alaba peilt am Samstag (21.00 Uhr/live Servus TV, Sky) seinen dritten Titel im prestigeträchtigsten Clubbewerb der Welt an. Der Wiener bestreitet mit Real Madrid in Saint-Denis bei Paris das Champions-League-Finale gegen Liverpool und hofft dabei auf eine Wiederholung der Geschichte von 2013 und 2020 – damals triumphierte der 29-Jährige im Trikot des FC Bayern. Einen klaren Favoriten gibt es für Alaba vor dem Duell im Stade de France nicht.

Seiner Meinung nach wären beide Teams würdige Sieger. „Wenn sich zwei Mannschaften über die ganze Saison hinweg so präsentieren, dann stehen sie zurecht im Finale“, sagte der Verteidiger der APA.

Für Alaba wäre es der insgesamt 30. Titel in seiner Profi-Karriere, der dritte mit Real nach dem Gewinn des Supercups und der Meisterschaft. Von einem Gewohnheitseffekt ist aber nichts zu spüren. „Titel zu gewinnen wird überhaupt nicht fad, ganz im Gegenteil. Für solche Momente arbeitet man jeden Tag sehr hart.“ In einem Champions-League-Finale zu siegen, sei „etwas Spezielles, etwas Unfassbares, etwas, das man mit Worten gar nicht beschreiben kann“, erzählte Alaba. „Aber zuerst einmal müssen wir gewinnen.“

Ins Endspiel schaffte es Real dank spektakulärer Comebacks in den Heimpartien gegen Paris Saint-Germain, Chelsea und Manchester City. Im Semifinal-Hinspiel bei den „Citizens“ am 26. April blieb der ÖFB-Internationale wegen Adduktorenproblemen zur Pause in der Kabine und absolvierte seither keine Partie mehr.

Mittlerweile sind die Beschwerden überwunden, Alaba befindet sich seit Montag wieder im Mannschaftstraining. „Ich fühle mich körperlich sehr gut“, sagte Reals Abwehrchef. Die mehrwöchige Pause wertet Alaba aufgrund seiner Routine nicht als Nachteil, zumal er davor 45 Bewerbspartien für Real absolvierte. „Die Erfahrung spielt sicher eine gewisse Rolle, und ich konnte in letzter Zeit auch viele gute Einheiten absolvieren. Ich bin topfit und absolut bereit.“

Alaba sieht nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Real-Mannschaft für das Duell mit Liverpool gerüstet. „Die Gefühlslage ist sehr positiv. Wir fühlen uns wohl und freuen uns sehr auf das Finale.“ Während die Spanier ihren Meistertitel schon vor Wochen unter Dach und Fach brachten und seither Kräfte sparen konnten, kämpfte Liverpool bis am vergangenen Sonntag mit Manchester City um die Meisterschaft – und zog schließlich um einen Punkt den Kürzeren. „Das war sicher kein schöner Tag für Liverpool, doch dann kann man sich für das Finale vielleicht noch mehr motivieren“, meinte Alaba.

Mit dem Austragungsort der Partie verbinden Alaba besondere Erinnerungen. Im Stade de France feierte er am 14. Oktober 2009 gegen Frankreich im Alter von 17 Jahren und 112 Tagen sein Debüt im ÖFB-A-Team. „Damals ist für mich ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen, dementsprechend habe ich zu diesem Stadion auch eine besondere Beziehung. Hoffentlich kann ich mir jetzt dort einen weiteren Traum erfüllen.“

Ein weiterer Auftritt Alabas im Stade de France verlief weniger positiv – am 22. Juni 2016 verlor er dort mit der Nationalmannschaft bei der EURO gegen Island 1:2, womit das Aus nach der Gruppenphase besiegelt war. „Aber dieses Spiel ist überhaupt nicht mehr in meinem Kopf“, betonte Österreichs achtfacher Fußballer des Jahres und zweifacher Sportler des Jahres.

Unmittelbar nach dem Champions-League-Finale geht es für Alaba zur ÖFB-Auswahl. In der Nations League stehen mit Neo-Teamchef Ralf Rangnick gleich vier Partien an – zweimal gegen den EM-Semifinalisten Dänemark und je einmal gegen Weltmeister Frankreich und Vizeweltmeister Kroatien. „Das werden schwere Spiele gegen Top-Mannschaften, auch wenn wir sicher die Qualität haben, zu überraschen“, meinte Alaba.

Reals Innenverteidiger telefonierte bereits mit Rangnick, weitere Gespräche werden im Lehrgang ab kommender Woche folgen. „Wir wollen in dieser Zeit den Trainer kennenlernen, seine Vorstellungen so schnell wie möglich umsetzen und mit ihm eine Philosophie entwickeln, die gut zu uns passt.“

Mit seiner ersten Kadernominierung sorgte Rangnick bereits für die eine oder andere Überraschung, so wurde etwa Aleksandar Dragovic nicht berücksichtigt. Der 100-fache Teamspieler und Alaba sind seit fast zwei Jahrzehnten befreundet. „Wir sind sehr dankbar, was Drago für Österreich geleistet hat, er hat immer zu den besten Spielern im Kader gehört und uns immer geholfen. Er ist schon sehr, sehr lange ein guter Freund von mir, deswegen finde ich es persönlich natürlich schade, dass er nicht dabei ist. Doch ich kenne die Gespräche zwischen ihm und dem Trainer nicht und bin da der falsche Ansprechpartner“, sagte Alaba. Eine Rückkehr von Dragovic sei aber alles andere als ausgeschlossen. „Im Fußball weiß man nie, vielleicht ist er ja im nächsten Lehrgang wieder dabei.“

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