Alanis Morissette: Such Pretty Forks in The Road

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Mit dem Einstieg „Smiling“ auf ihrem neuen Album „Such Pretty Forks in The Road“ knüpft Alanis Morissette gleich mal unverhohlen bei „Uninvited“ an, ihren bombastbeladenen Soundtrack-Beitrag zum 1998er Film „Stadt der Engel“.

Sowieso strotzt die neue Platte vor Balladen, die es zum Teil mächtig in sich haben. Im anfangs düsteren „Nemesis“ zum Beispiel wächst im Hintergrund ein Disco-Beat heran, der das Sechs-Minuten-Stück wie im Vorbeigehen zum Brett macht. Erste Wahl sind weiterhin Gitarre und Klavier.

Der Stil ist zwar nicht mehr so grob wie am Anfang ihrer Karriere, die Themen aber sind die gleichen geblieben: Schmerz, Trennung, Ausbeutung, Frauenfeindlichkeit, männlicher Narzissmus. Morissette kann so als eine der Vorläuferinnen der „MeToo“-Bewegung gesehen werden. In „Reasons I Drink“ thematisiert sie mit weicher Instrumentierung, aber umso druckvollerer Rohheit weibliche Süchte: Essen, Alkohol, Geldausgeben. Auch wenn die Platte punktuell Schwächen hat, ist sie vielleicht Morissettes beste seit mehr als 20 Jahren.

Druck lässt sie sich nicht mehr machen. „Wenn mein Wert davon abhängt, wie relevant ich in der Popkultur des Zeitgeistes bin, ist das ein Rezept für eine Katastrophe“, sagte sie dem „Guardian“. „Diese Achterbahn nehme ich nicht.“ Klingt so, als sei die Sängerin mit sich und ihrer Musik im Reinen.

Hörprobe:

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