So verlief die TopTalent-Gala 2018: Das große Bilderbuch

Wasserski-Ass Alexander Gschiel gewann die 24. Auflage der Wahl mit 64.785 Stimmen

Das Siegerpodest mit Alexander Gschiel (M.), Lisa Leutgeb (r./in Vertretung von Bruder Daniel) und Stefanie Pesendorfer. © Volksblatt/Minarik

 

Kurzurlaub für die Siegertrophäe

Von der 24. TopTalent-Gala aus dem VKB-Kundenforum berichten: Christoph Gaigg, Tobias Hörtenhuber, Roland Korntner (Text) und Harald Minarik (Foto; www.fotodesign-minarik.at)

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Hjertelig til lykke! Sie sind überfragt? Kein Problem, Hauptsache Alexander Gschiel versteht es! Denn diese Worte des Glückwunsches wird unser TopTalent 2018 vielleicht auch in seiner neuen Heimat Norwegen zu hören bekommen, wenn er seinen Kollegen nach dem Kurzurlaub von dem überragenden Triumph erzählt. Sofern er denn bis zu seiner Rückreise nach Skandinavien am Sonntagmorgen wieder klar bei Worten ist. „Kann das wahr sein? Ist das jetzt gerade wirklich passiert?“, konnte das Wasserski- und Eishockey-Ass, das am Mittwoch in Österreich gelandet war, sein Glück im ersten Moment nach der Verkündung bei der Gala in Linz nicht fassen. Um dann zu realisieren: „Das ist wie ein Europa-Titel.“ Verdient hat sich der „Eistiger“ und die „Wasserratte“ in Personalunion den Sieg allemal.

Zum einen, weil die erbrachten 64.785 Stimmen eine Menge Arbeit erforderten. „Das waren einige Stunden jeden Tag“, zollte Gschiel seinen Helfern großen Respekt. „Es war wie ein Wahlkampf, man musste sich ein System zurechtlegen. Es war eine Kombination aus Kommunikation und Beharrlichkeit“, erklärte Vater Rene die Vorgehensweise.

Zum anderen, weil Alex und seine Familie keine Mühen und Kosten scheuen, um die großen Träume zu verwirklichen. Im August bezog der 15-Jährige gemeinsam mit einem Kumpel eine Wohnung nahe Oslo, um dort eine internationale Schule inklusive Eishockey-Akademie zu besuchen. Schließlich will er ja mal in die NHL! „Anfangs war es schon hart, aber jetzt bin ich im Rhythmus drinnen. Die Leute sind freundlicher, offener und Norwegisch kann ich auch schon.“

Muss der ehrgeizige Vize-Europameister im Wasserski, der seiner Sommer-Leidenschaft regelmäßig professionell in Florida frönt und Weltmeister werden will, auch, denn im zweiten Jahr findet der Unterricht auf Norwegisch statt. Und was sagt die Familie zur Abwesenheit ihres Jungstars? „Es ist schon schlimm, es fehlt ein Teil“, gab Vater Rene zu. Da helfen solche Titel, für die er extra heimkommen kann. Wenn auch nur für vier Tage. In diesem Sinne: Lykke til, viel Glück!

Große Freude über die weiteren Stockerlplätze

„Ich bin soooo stolz auf meinen Bruder, das kann man nicht beschreiben“ — während Judoka Daniel Leutgeb (17) noch bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires weilte, strahlte seine ältere Schwester Lisa nach dessen zweitem Platz bei der TopTalent-Wahl über das ganze Gesicht. Die 23-Jährige vertrat ihren „kleinen“ Bruder auf der Bühne. „Für uns ist das ein Wahnsinn“, jubelte auch Vater Hermann. Gleich zwei Gemeinden, nämlich Ternberg (Wohnort) und Reichraming (Verein), sammelten fleißig für Daniel, der insgesamt auf 21.038 Stimmen kam. Auch Vereinstrainer Alfred Scharnreiter ist stolz auf seinen Schützling. „Er ist immer für den Verein da, zuverlässig wie der Papa“, schmunzelte er. Ja, der Herr Papa infizierte seinen Sohnemann schon im zarten Alter von drei Jahren mit dem Judo-Virus — zum Glück. Mit zwei Bronzemedaillen kehrt Daniel nämlich heute aus Argentinien zurück, am Montag (17 Uhr) wird ihm beim Gemeindeamt in Ternberg ein feierlicher Empfang bereitet. Und dann? Olympia 2024 lautet das große Ziel des ehrgeizigen Sportlers. „Ich wünsche ihm, dass er das schafft, er tut alles dafür“, ist Schwester Lisa überzeugt, dass Daniel es weit bringen wird.

„Das bedeutet sehr viel für mich“

Weit will auch die Drittplatzierte der heurigen Wahl, die Eiskunstläuferin Stefanie Pesendorfer, in ihrer Karriere noch kommen. Im Idealfall möchte die Sensations-Zwölfte der heurigen Junioren-WM einmal bei Olympischen Spielen über das Eis „schweben“. Der Podestplatz und die 19.574 Stimmen geben der 15-Jährigen noch einmal zusätzliche Motivation. „Das bedeutet für mich sehr viel, weil ich gemerkt habe, dass Familie, Freunde und Verein (Eissportklub Linz/Anm.) voll hinter mir stehen“, strahlte Stefanie über das ganze Gesicht. Daher wird die Marchtrenkerin auch Oberösterreich als Lebens- und Trainingsmittelpunkt treu bleiben. „Es ist mein Zuhause, hier fühle ich mich wohl und das ist wichtig für die zukünftige Entwicklung.“