Alles rund um das EURO-Spektakel

Favoriten, Stars, Prämien in England und ein Ausflug in die Geschichte

Die Spanierin Alexia Putellas ist aktuell die beste Spielerin der Welt.
Die Spanierin Alexia Putellas ist aktuell die beste Spielerin der Welt. © AFP/Schwarz

Die Favoriten

Bei der diesjährigen EM-Endrunde zeigt sich die Entwicklung des Frauen-Fußball auch dadurch, dass der Favoritenkreis noch nie so groß war. Die Wettquoten sehen — nicht zuletzt wegen der Dominanz des FC Barcelona — Spanien in der Rolle des Top-Favoriten, dicht gefolgt von England, für das der Heimvorteil spricht.

Dazu steht mit Sarina Wiegman jene Frau an der Seitenlinie, die bei der letzten EURO 2017 den Titel mit den Niederländerinnen holte. Den Titelverteidiger muss man vor allem wegen seiner Geschlossenheit wieder auf der Rechnung haben — ebenso wie Deutschland, Frankreich und Schweden.

Norwegen hat für die Buchmacher die Rolle des heißesten Außenseiter inne, Österreich ist mit einer Durchschnittsquote von ca. 1:66,5 übrigens nur auf Rang elf von 16 Teams zu finden.

Die Superstars

Unumstrittene Anführerin dieser Kategorie ist die Spanierin Alexia Putellas (28). Die Stürmerin des FC Barcelona gewann die Champions League (11 Tore in 10 Spielen), wurde zur FIFA-Weltfußballerin und zu Europas Fußballerin des Jahres gewählt und erhielt den Ballon d’Or von France Football. Nun soll sie ihr Land zur ersten EM-Medaille schießen.

Wendie Renard (31) wiederum ist die personifizierte Hoffnung auf Frankreichs ersten EM-Titel. Sie ist CL-Rekordspielerin (102) und führte Lyon zu acht Titeln in der Königsklasse und 15 in der Liga. Die Niederländerinnen setzen auf Vivianne Miedema.

Trotz ihrer erst 25 Jahre hält sie bereits bei 94 Teamtoren und ist Europas beste Torjägerin der Gegenwart sowie bereits Europameisterin (2017) und Vize-Weltmeisterin (2019). Auch Österreichs Gruppengegner Norwegen hat eine ganz große Spielerin in seinen Reihen.

Ada Hegerberg (26) war 2016 Europas Fußballerin des Jahres und schoss mit 59 Toren in 60 Spielen so viele Treffer in der Champions League wie sonst keine. Sie weiß aber nicht nur, wo das Tor steht, sondern auch, was sie will. 2017 beendete Hegerberg nach Differenzen mit dem Verband wegen der Bezahlung ihre Teamkarriere, meldete sich erst im März mit drei Treffern gegen den Kosovo zurück.

Die EM-Prämien

Mit insgesamt 16 Millionen Euro Preisgeld schüttet die UEFA doppelt so viel wie 2017 aus. Jeder der 16 teilnehmenden Verbände erhält eine Startprämie von 600.000 Euro. Erstmals gibt es in der Gruppenphase Prämien für einen Sieg (100.000 Euro) und für ein Unentschieden (50.000 Euro). Das Viertelfinale wird mit zusätzlich 205.000, das Halbfinale mit 320.000 Euro belohnt. Der Gewinner des Endspiels erhält weitere 660.000 — und im besten Fall bei drei Siegen in der Gruppenphase insgesamt 2,085 Millionen Euro.

Die TV-Präsenz

Der ORF zeigt alle 31 Spiele live, wobei mit Ausnahme von vier Parallelpartien auf ORF Sport+ diese allesamt auf ORF 1 ausgestrahlt werden. Damit warten vom 6. bis 31. Juli 90 Stunden Liveberichterstattung. An Spieltagen des Nationalteams umfasst diese sechs Stunden und erstreckt sich in der Gruppenphase meist von ca. 17.30 Uhr bis 23.15 Uhr.

Die Geschichte

Nach den ersten inoffiziellen Endrunden 1969 (Sieger Italien) und 1979 (Dänemark) wurde in einem zweijährigen Wettbewerb zwischen 1982 und 1984 erstmals der EM-Titel vergeben — diesen holte Schweden (3:2 und 2:1 vs. England). Das erste geschlossene Turnier mit vier Teams fand 1987 in Norwegen statt. Die Gastgeberinnen nutzten den Heimvorteil auch zum Titel-Gewinn. Erst 1997 wurde das Teilnehmerfeld auf acht Nationen erweitert, 2009 auf zwölf, 2017 — beim Debüt Österreichs — auf 16.

Die Statistik

Rekord-Europameister ist Deutschland mit acht Triumphen bei zehn Teilnahmen. Nur Norwegen 1993 und die Niederlande 2017 durchbrachen diese Dominanz. Die meisten EM-Spiele bestritten Solveig Gulbrandsen (NOR) und Birgit Prinz mit je 20. Letztere hält mit ihren deutschen Kolleginnen Inka Grings und Heidi Mohr den Torrekord (10).

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