Am Anfang kein Geld und ein breites Grinsen

Arnold Schwarzenegger, Hollywood-Superstar und Ex-Gouverneur von Kalifornien, wird heute 75

Arnold Schwarzenegger heute: Klimaaktivist, Lieblingsfeind von Donald Trump, virtuell präsent mit Esel und Zwergpony.
Arnold Schwarzenegger heute: Klimaaktivist, Lieblingsfeind von Donald Trump, virtuell präsent mit Esel und Zwergpony. © Tolga Akmen / AFP

Mit unbändigem Willen und Glauben an sich selbst zog einst ein junger Steirer aus, um Hollywood, Amerika und die Welt zu erobern. Mehr als 50 Jahre später reibt man sich die Augen und stellt fest: Es ist wahr geworden. Heute wird Arnold Schwarzenegger 75 Jahre alt.

Im Herbst 1968 war Schwarzenegger in der „neuen Welt“ angekommen: „Ich bin 21 Jahre alt, trage eine zerknitterte braune Hose, klobige Schuhe und ein billiges Hemd. Ich habe eine abgewetzte Plastiktüte mit ein paar Sachen in der Hand und warte an der Gepäckausgabe auf meine Sporttasche, in der sich mein restlicher Besitz befindet. Ich sehe aus wie ein Flüchtling, ich kann nur ein paar Sätze Englisch und habe kein Geld – aber auf meinem Gesicht liegt ein breites Grinsen.“ (Aus der 2012 erschienenen Autobiografie „Total Recall – My Unbelievably True Life Story“).

Schwarzenegger wurde am 30. Juli 1947 in Thal bei Graz geboren. Der Vater, Gendarmeriepostenkommandant Gustav Schwarzenegger, vom Krieg gezeichnet, dem Alkohol zugetan, verlangte von Arnold und seinem um ein Jahr älteren Bruder Meinhard Disziplin und Ordnung. So setzte es schon einmal eine Ohrfeige oder eine „Tracht Prügel“, erinnerte sich der spätere Weltstar: „Für uns war das völlig normal. Alle Väter schlugen damals ihre Kinder und kamen hin und wieder betrunken nach Hause.“ Mutter Aurelia sorgte für die nötige Wärme.

Im Gewichtheben findet der gelernte Kaufmann ab 1962 den Hebel für sein Ticket nach Amerika. Nach dem Wehrdienst geht er 1966 zunächst nach München, arbeitet und trainiert dann auch in London. Bodybuilding-Guru Joe Weider holte ihn schließlich in die Staaten, bot ihm an, ein Jahr lang mit den Champions zu trainieren. Schwarzenegger blieb und wurde Teil und wesentlicher Motor des vom Muscle Beach in Los Angeles ausgehenden Fitnessbooms. Und machte sich selbst sportlich unsterblich: Unter anderem mit fünf „Mister Universum“- und sieben „Mister Olympia“-Titeln.

Terminator, Gouvernator

Als Schwarzenegger 1980 das professionelle Bodybuilding beendete, war er schon mit viel Ehrgeiz in Hollywood angekommen. Kleineren Rollen in den 1970er-Jahren folgten zwei Jahrzehnte des totalen Höhenfluges mit ganz wenigen Sinkflügen. Der Steirer wurde zum bestbezahlten Filmstar der Welt. Der Auswanderer wurde zum „Terminator“ und vielem, Kultigen mehr. Gleichzeitig stieg die „Steirische Eiche“ auch in die gesellschaftliche Elite des Landes auf. Er lernte 1977 Maria Shriver kennen, eine Nichte John F. Kennedys, 1986 folgte die Heirat.

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Im Jahr 2003 dann der ultimative Karrierewechsel, der damals 56-Jährige Republikaner kandidierte um den Gouverneursposten im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien. Aus dem Terminator wurde zwischen 2003 und 2011 der Governator. Eine gemischte Bilanz, Klimapolitik-Erfolge wechselten mit Budgetkrisen.

Das Jahr 2011 markierte eine Zäsur in Schwarzeneggers Leben. Ein (medialer) „Skandal“ brach über ihn herein. Die Ehe mit Maria scheiterte wegen eines lange verschwiegenen unehelichen Kindes mit Haushälterin Mildred Baena. Mit Maria blieb ein gutes Verhältnis, seit 2013 ist er glücklich mit Freundin Heather Milligan. „Arnie“ etablierte sich als eine Art „Social Media-Star“ – sei es in mahnenden, emotionalen Videos zum Ukraine-Krieg oder anlässlich der Stürmung des Kapitols durch Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump, mittlerweile ein Intimfeind Schwarzeneggers. Er trieb den Klimaschutz mit seiner „Schwarzenegger Climate Initiative“ voran. In der Corona-Zeit unterhielt er mit Home-Videos und gab endlich einmal die Hauptrollen ab: an Esel Lulu und Zwergpony Whiskey.

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