Am Dienstag ist der nächste Tag X

Österreich berät mit Nachbarstaaten über Zukunft der Corona-Einreisebeschränkungen

Armenien ist im Nachbarschaftsbereich der Europäischen Union derzeit das Land mit der höchsten Zahl an Neuinfektionen. In Köln startete gestern ein Hilfsteam mit Ausrüstung in Richtung Armenien.
Armenien ist im Nachbarschaftsbereich der Europäischen Union derzeit das Land mit der höchsten Zahl an Neuinfektionen. In Köln startete gestern ein Hilfsteam mit Ausrüstung in Richtung Armenien. © AFP/Fassbender

In Budapest trifft Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg am Dienstag mit seinen Amtskollegen aus Ungarn, Tschechien, Slowenien und Slowakei zu Beratungen zusammen. Hauptthema: Der weitere Umgang mit den von der EU empfohlenen Reisefreigaben für 15 Staaten außerhalb der Union.

Auf VOLKSBLATT-Anfrage wollte man im Außenministerium am Montag noch keine Angaben zu den weiteren Plänen Österreichs machen. Auf Basis der dem VOLKSBLATT vorliegenden Daten aus dem Europäischen Zentrum für Seuchenbekämpfung erscheint aber die Wiederaufnahme des freien Reiseverkehrs mit Montenegro und Serbien eher unwahrscheinlich.

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Beide Staaten weisen im Verlauf der letzten 14 Tage viel höhere Infektionszahlen auf als Österreich.

Österreich ist vorsichtig

Anders die Relation bei den übrigen von der EU zuletzt für eine Reisefreigabe empfohlenen Staaten: Algerien, Kanada und Marokko liegen bei den Infektionen aktuell leicht besser als Österreich, die übrigen Staaten auf der EU-Liste sogar deutlich besser (Australien, Ruanda, Japan, Uruguay, Georgien, Südkorea, Tunesien, Neuseeland, Thailand und China). Eine Sprecherin des Außenministeriums betonte am Montag allerdings schon vorweg, dass Österreich in Sachen Wiederaufnahme des Reiseverkehrs angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie „sehr vorsichtig“ bleiben wolle.

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Gemessen an den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Schnitt der letzten 14 Tage gelten laut Europäischem Zentrum aktuell der arabische Raum (Bahrain, Oman, Katar, Saudi Arabien), Südamerika (Brasilien, Chile, Peru, Bolivien), Mittelamerika (Panama), Südafrika, sowie die USA als die absoluten globalen Brennpunkte. Ebenfalls hochbrisant ist die Lage in Israel, in der Dominikanischen Republik sowie in bzw. um Europa bei den Infektions-Treibern Armenien, Kosovo, Montenegro, Luxemburg, Nordmazedonien, Schweden, Moldawien, Bosnien, Russland und Serbien.

Nachbarn mit Problemen

Spannend bleibt angesichts der Außenminister-Beratungen in Budapest auch die Schlussfolgerung aus den in Relation zu Österreich höheren Fallzahlen in Kroatien, Tschechien und Schweiz — Länder, mit denen die Alpenrepublik zuletzt wieder freien Reiseverkehr ohne Corona-bedingte Auflagen aufgenommen hat. Andere Staaten in dieser Kategorie wurden von Wien dagegen längst mit Reisewarnungen versehen.

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