„Amazonas-Brände können künftige Dürren begünstigen“

Forscher warnen vor gefährlichen Folgen der Feuerkatastrophe — Bolsonaro will Brandrodung für zwei Monate verbieten

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BRASILIA/WIEN — Die Tausenden — zum Großteil gelegten — Brände im Amazonas-Regenwald könnten künftige Dürren begünstigen und damit einen Teufelskreis in Gang setzen. Denn Verdunstungseffekte sind in der Region ein wichtiger Treiber für Regen. Nimmt die Waldfläche ab, dann gehen Niederschläge zurück, was wiederum Dürren und damit Brände begünstige, erklärte Harald Vacik vom Institut für Waldbau an der Wiener Universtität für Bodenkultur (Boku).

„Wann die Lage kippt, ist schwer zu sagen“, meinte der Forstexperte. Prinzipiell seien manche Ökosysteme wie im Amazonasgebiet auf Brände zur Verjüngung angewiesen, diese seien Teil der Dynamik. Problematisch werde es nur, wenn Feuer in zu großem Ausmaß und zu häufig auftreten.

„Dann kann sich der Wald nicht mehr erholen“, erklärte Vacik. Verschlimmert werde die Lage auch durch den Klimawandel, der etwa zu längeren und früheren Trockenperioden führe und die Anzahl an potenziell brandauslösenden Blitzschlägen erhöhe.

Unterdessen will Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro Medienberichten zufolge das Abbrennen von Flächen für die Dauer von zwei Monaten verbieten. Der ultrarechte Politiker unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Es soll Ausnahmen von dem Verbot geben. Die Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Das Abbrennen landwirtschaftlicher Flächen ist in Brasilien traditionell verbreitet.

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