Amnesty kritisierte Nicaragua wegen Massenveranstaltungen

Amnesty International hat der Regierung Nicaraguas vorgeworfen, mit ihrem Verhalten in der Corona-Krise das Leben Tausender Menschen zu gefährden.

Anstatt auf die Empfehlungen internationaler Organisationen zu hören, organisierten die Behörden in dem mittelamerikanischen Land mitten in der Pandemie Massenveranstaltungen, teilte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag mit.

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Der von den linken Sandinisten regierte Staat hat bisher kaum Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ergriffen. Es gibt weder Ausgangsbeschränkungen noch Verbote von Menschenansammlungen.

In der Karwoche organisierte die Regierung eine Reihe von Veranstaltungen, darunter Musikfestivals, und warb um Touristen.

Staatspräsident Daniel Ortega sprach am Mittwochabend (Ortszeit) zur Nation. Er war zuvor seit rund einem Monat nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten, was zu erneuten Spekulationen über den Gesundheitszustand des 74-Jährigen geführt hatte.

Das Coronavirus sei ein Zeichen Gottes, dass es der falsche Weg sei, Milliarden für die Aufrüstung mit Atombomben auszugeben, erklärte Ortega.

Die größte Militär- und Wirtschaftsmacht in der Geschichte der Menschheit habe nicht die Kapazitäten, sich um die Menschen in ihren Großstädten zu kümmern, sagte er mit Blick auf den Corona-Brennpunkt USA.

Seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die weltweite Ausbreitung des Virus am 11. März zur Pandemie erklärte, seien 1.237 Menschen in Nicaragua gestorben – nur einer davon an Covid-19.

„Wenn wir hier aufhören, zu arbeiten, stirbt das Land“, sagte Ortega. „Und wenn das Land stirbt, stirbt das Volk und wird ausgelöscht.“

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