Berliner Amokfahrt – Fahrer bis zum Prozess in Psychiatrie

Fahrer tötete eine Frau und verletzte 14 Menschen © APA/dpa/Fabian Sommer

Nach der Amokfahrt in Berlin ist die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss gekommen, dass eine psychische Erkrankung dazu geführt hat, dass der 29-Jährige über Gehwege des Ku’damms und der Tauentzienstraße in Menschengruppen gerast ist. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord in einem Fall und versuchten Mord in 17 Fällen vor und will, dass er bis zum Prozess in einem psychiatrischen Krankenhaus bleibt.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des 29-Jährigen seien indes Medikamente gefunden worden. Der Beschuldigte habe seine Ärzte von der Schweigepflicht entbunden. Am Abend erließ das Amtsgericht Tiergarten den von der Staatsanwaltschaft beantragten Unterbringungsbefehl.

Die Lehrerin der zehnten Klasse einer Schule im hessischen Bad Arolsen starb bei Fahrt. Unter den Verletzten befanden sich nach Polizeiangaben auch 14 Schülerinnen und Schüler, sieben von ihnen und ein Lehrer wurden demnach schwer verletzt. Laut Büchner befand sich am Donnerstag keiner der Schüler mehr in Lebensgefahr, während der Lehrer weiter gegen den Tod kämpfte. Laut Polizei wurden zudem 14 Passanten verletzt.

Der mutmaßliche Täter erhielt 2015 die deutsche Staatsbürgerschaft, wie Berlins Innensenatorin Iris Spranger mitteilte. Der Mann sei der Polizei bekannt gewesen unter anderem wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruchs. Das konkrete Motiv für die Amokfahrt ist noch nicht bekannt. Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey sagte im RBB-Inforadio, es habe sich um die „Amoktat eines psychisch schwer beeinträchtigten Menschen“ gehandelt.

Der 29-Jährige war mit seinem Auto in der Nähe des Kurfürstendamms in eine Menschenmenge gefahren und erfasste die Schülergruppe. Der Mann fuhr der Polizei zufolge über den Gehsteig und kam erst in einer Schaufensterauslage mit seinem Kleinwagen zum Stehen. Der in Berlin lebende Mann machte zunächst Anstalten zu fliehen, wurde von Passanten aber aufgehalten und ließ sich dann abführen.

Bis zum Donnerstag waren bereits 17 der Schüler teils mit ihren Eltern in ihre Heimat zurückgekehrt. Sie wurden psychologisch betreut. An der Schule in Bad Arolsen wurden Blumen und Kerzen niedergelegt.

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