Andersen gewinnt 19. Tour-Etappe – Pöstlberger muss aufgeben

Der dänische Radprofi Sören Kragh Andersen hat sich am Freitag bereits seinen zweiten Etappensieg bei der 107. Tour de France geholt. Andersen schlug in Lyon nach 166,5 Kilometern von Bourg-en-Bresse nach Champagnole im Alleingang vor dem Slowenen Luka Mezgec und dem Belgier Jasper Stuyven zu. In Gelb blieb der Slowene Primoz Roglic, der Kräfte für die Entscheidung sparte.

Aus österreichischer Sicht war der drittletzte Tour-Tag vom Ausstieg zweier Österreicher geprägt. Michael Gogl vom Team NTT hatte die Rundfahrt bereits vor dem Teilstück beendet, Lukas Pöstlberger wurde während der Etappe durch einen Bienenstich in den Mund zur Aufgabe gezwungen. Der 28-Jährige vom Bora-Team zeigte eine allergische Reaktion und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Inzwischen gehe es ihm wieder besser, teilte das Team auf Twitter mit.

Pöstlbergers Teamkollege Gregor Mühlberger war wegen eines Infekts nach dem 11. Teilstück ausgestiegen. Noch im Rennen sind Bora-Fahrer Felix Großschartner und Marco Haller vom Team Bahrain.

Roglic gönnte sich eine Verschnaufpause, bevor am Samstag mit dem Bergzeitfahren der Showdown in den Vogesen ansteht. Mit 57 Sekunden Vorsprung auf seinen slowenischen Landsmann Tadej Pogacar geht der Vuelta-Champion in die letzte Kletterpartie der Tour nach La Planche des Belles Filles. “Ich denke seit Mittwoch bereits an das Zeitfahren. Ich muss konzentriert bleiben und die Arbeit zu Ende bringen”, sagte der Slowene.

Die Favoritenrolle liegt klar bei dem 30-Jährigen, der im vergangenen Jahr bei seinem Vuelta-Triumph Pogacar im Zeitfahren knapp 90 Sekunden abknöpfte. Seit seinem Debüt in der World Tour gewann Roglic bereits vier Zeitfahren bei großen Rundfahrten. Was soll da schon schiefgehen, wo er doch so souverän in den drei Wochen aufgetreten ist? Ganz unterschätzen darf er den Tour-Debütanten Pogacar aber nicht. Bei den slowenischen Zeitfahrmeisterschaften nach Pokljuka hinauf wurde er Ende Juni vom Youngster düpiert.

So wird der junge Kletterer auch ganz auf die letzten sechs Kilometer setzen, wenn es zum Finale furioso bei der Kletterpartie mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,5 Prozent kommt. Der drittplatzierte Kolumbianer Miguel Angel Lopez, der weitere 30 Sekunden zurückliegt, dürfte im Zeitfahren im Bereich von Pogacar liegen und keine große Gefahr darstellen.

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