Andi Meklau: „Dann brauchst du nur noch Glück“

Spielberg erlebt nach schweren Unfällen eine Sicherheitsdiskussion

Valentino Rossi und Maverick Vinales sind nur hauchdünn den beiden fliegenden Motorrädern und damit einer Katastrophe entronnen.
Valentino Rossi und Maverick Vinales sind nur hauchdünn den beiden fliegenden Motorrädern und damit einer Katastrophe entronnen. © motogp.com

Die haarsträubenden, aber zum Glück glimpflich endenden Unfälle am Rennsonntag in Spielberg haben in der Motorrad-WM eine Sicherheitsdebatte angefacht. „Ab und zu braucht es einfach Schutzengel“, weiß Andi Meklau, einst selbst jahrelang in der Superbike-WM (1 Sieg, 4 Podestplätze) ziemlich rasant unterwegs.

Heute ist der Steirer Rennleiter auf dem Red Bull Ring, der Unfall von Zarco und Morbidelli und deren fliegende Motorräder, die beinahe Rossi und/oder Vinales getroffen hätten, lassen auch ihn nicht kalt: „Wenn ein derartiger Unfall bei 300 km/h passiert, kannst du Sturzraum haben, soviel du willst. Dann werden Motorräder zu unkontrollierten Raketen, da hilft kein Auslauf mehr. Dann brauchst du nur noch Glück“, so Meklau.

Von einer Schikane anstelle der (nur leichten) Kurve zwei hält er aber nichts: „Das Tempo macht diese Strecke ja erst aus“, so Meklau. Mit einem Rennschnitt von 182 km/h ist der Red Bull Ring ja eine der schnellsten MotoGP-Kurse im Kalender.

Ähnlich wie Meklau sieht es auch Manfred Binder, früher selbst Rennfahrer und heute als Fotograf mit dem Motorsport auf zwei und vier Rädern auf Tuchfühlung: „Man kann keine Strecke so sicher machen, dass nichts passieren kann“, erklärte der Oberösterreicher im Gespräch mit dem VOLKSBLATT.

„Rennfahren ist ein Ritt auf Rasierklinge“

Er ist selbst einmal vor der heutigen Kurve vier, wo es auch noch bergab geht, mit rund Tempo 250 unfreiwillig abgestiegen: „Rennfahren ist ein Ritt auf der Rasierklinge und gefährlich, das ist auch jedem Fahrer bewusst.“

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Zudem ist die Strecke ja auch homologiert und von der FIM abgenommen, wird jedes Jahr in Details verbessert. Aber: „Es gibt auf jeder Strecke solche kritischen Passagen“, weiß Binder. Ferner ist er, auch wenn es nun einige kritische Stimmen zur Strecke gibt, überzeugt: „Die Fahrer leben in einem Geschwindigkeitsrausch, die wollen das.“

Superstar Rossi fordert „Respekt für Gegner“

Und es habe ja auch jeder selbst in der Hand, ein wenig vom Gas zu gehen. Verantwortungsgefühl forderte deshalb auch Superstar Valentino Rossi ein: „Aggressiv zu fahren ist das eine, aber wenn man dabei den Respekt für den Gegner vergisst, wird es unverantwortlich“, sagte der „Dottore“ bei Sky.

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