André Heller: Zum Weinen schön, zum Lachen bitter

Opernregisseur wird er auch nach seinem viel beachteten Berliner „Rosenkavalier“ wohl nicht (mehr), passionierter Erzähler war der künstlerische Tausendsassa André Heller dagegen schon immer.

Das belegt auch der diese Woche erschienene Band mit „Erzählungen aus vielen Jahren“, nämlich aus der Zeit zwischen 1969 und 2003: „Zum Weinen schön, zum Lachen bitter“ sind aber nicht alle hier versammelten Texte. Anders als in seinem eigenwilligen, zaubrischen, nostalgischen und autobiografischen Roman „Das Buch vom Süden“ ist in den teilweise bereits in fünf anderen Bänden veröffentlichten Erzählungen der unverkennbare Heller-Sound nicht immer spürbar.

Es sind zwar die bekannten Sujets, Miniaturen, die besondere Begebenheiten und Persönlichkeiten in ein warmes Licht tauchen, Huldigungen von allem, was sich jeder Norm verweigert, Liebeserklärungen an Wien und andere Orte, an denen die Fantasie und nicht der Alltag heimisch sind — doch fehlt ihnen mitunter die liebevolle Ausarbeitung, der sprachliche Feinschliff. Lesenswert sind sie fast alle. Und manchmal wird man auch tatsächlich mitgenommen in jenes Paralleluniversum, in dem der Universalkünstler, der von Franz Schuh in einem Nachwort beinahe heiliggesprochen wird, seit vielen Jahren unermüdlich arbeitet.

André Heller: Zum Weinen schön, zum Lachen bitter. Erzählungen aus vielen Jahren. Nachwort von Franz Schuh, Zsolnay, 240 Seiten, 23,70 Euro

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