Angriff auf Iran in letzter Minute gestoppt

Nach Abschuss einer US-Drohne befahl Trump Vergeltungsschlag

BildtextUS-Kampfjets waren gestern schon in der Luft, ehe Trump den Angriffsbefehl zurückzog.
US-Kampfjets waren gestern schon in der Luft, ehe Trump den Angriffsbefehl zurückzog. © AFP/Holshey

Teheran wäre zumindest nicht überrascht gewesen, hätten die USA nach dem Abschuss einer ihrer Drohen durch die iranischen Revolutionsgarden zum Vergeltungsschlag ausgeholt. US-Präsident Donald Trump hat den Iran über das Sultanat Oman vor einem unmittelbar bevorstehenden Militärangriff gewarnt.

Mit der Drohung wollte er die iranische Führung zu Gesprächen zwingen, holte sich aber umgehend eine Abfuhr, worauf von einem in die Krisenregion verlegten US-Flugzeugträger Kampfjets zum Angriff gegen iranische Ziele starteten. Doch in letzter Minute blies Trump den Angriff ab. Er begründete dies gestern mit der hohen Zahl möglicher Opfer.

Ob den Präsidenten wirklich humanitäre Motive zur Einsicht gebracht oder ihn andere Faktoren zum Einlenken bewogen haben. blieb unklar. Tatsache ist, dass sich im Kongress massiver Widerstand gegen die Kriegstreiberei abzeichnete. „Der Präsident hat wohl nicht vor, in den Krieg zu ziehen, aber wir sind besorgt, dass er und die Regierung in einen Krieg hineinstolpern könnten“, sagte der Fraktionschef der oppositionellen Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer.

Auch führende Republikaner äußerten sich besorgt: „Wir sind heute viel näher dran als gestern, und nur Gott weiß, was morgen bringt“, so Senator Lindsay Graham auf die Frage nach einer militärischen Konfrontation nach dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran.

EU hält sich heraus

Die EU will sich nach Worten von Ratspräsident Donald Tusk in die Krise zwischen dem Iran und den USA nicht einmischen. Man verfolge die Entwicklung, es gebe aber keinen Grund, dazu jetzt ein Statement abzugeben, sagte Tusk nach dem EU-Gipfel.

Zahlreiche Fluggesellschaften meiden wegen der steigenden Spannungen zwischen Iran und den USA den Luftraum über der Straße von Hormus und dem Golf von Oman.

Die AUA hält sich „pro forma“ ebenfalls an diese Vorsichtsmaßnahmen, von denen tatsächlich keine AUA-Flüge betroffen sind.

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