Angst vor Jugendbanden

18-Jähriger wurde beraubt, bedroht, geschlagen und auch noch in eine Mülltonne gesperrt

LEONDING — „Wir haben mittlerweile Angst, wenn die Kinder unterwegs sind!“ Nach einem Überfall auf den 18-Jährigen bangt seine Großmutter aus Leonding um die Sicherheit ihrer Enkel. Der Bursch war am vergangenen Donnerstag in Pasching bei Linz beraubt worden. Sechs Jugendliche hatten ihn bedrängt. Sie schlugen ihn, nahmen ihm sein Geld ab und verlangten die Telefonnummer seiner Mutter, schildert die Frau im VOLKSBLATT-Gespräch. Dann tätigten sie einen Fake-Anruf und zwangen ihr Opfer zum Mitkommen. Mit der Straßenbahn ging es ein paar Stationen weiter, wo der Bursch dann in einem Hinterhof in eine Mülltonnenbox gezwängt wurde. Die Täter schlugen erneut zu und schlossen die Türe. Nachdem sich der 18-Jährige herausgetraut hatte, lief er heim und alarmierte die Polizei. Mit Prellungen wurde er dann ambulant im Spital versorgt. „Mein Enkel hatte viel zu viel Angst“, erklärte die Frau, warum er sich nicht gewehrt oder in der Straßenbahn um Hilfe gebeten hatte. Denn einen der Täter habe er erkannt. Und wie spätere Recherchen ergaben, hätte der auf einem Instagram-Foto mit einer Waffe posiert, sagte die Frau.

Vier ähnliche Fälle geklärt

Seit diesem Oktober habe es bislang ganz in der Nähe am Linzer Stadtrand vier vergleichbare Fälle gegeben, sagt Kriminalist Thomas Schmolz vom Bezirkspolizeikommando Linz-Land. „Alle Täter konnten ausgeforscht werden, und auch in diesem Fall sind wir zuversichtlich, einen raschen Erfolg erzielen zu können, vor allem, da einer der Burschen ein auffälliges Merkmal hat“, so der Polizist zum VOLKSBLATT. Auch bei den anderen Übergriffen waren die Täter — alle sind um die 14 Jahre alt und haben Migrationshintergrund — in Gruppen aufgetreten.                 re

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