Anna Jermolaewa bekommt Otto-Breicha-Preis für Fotokunst

Der diesjährige Salzburger Otto-Breicha-Preis für Fotokunst geht an die Konzeptkünstlerin Anna Jermolaewa. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird seit 1983 alle zwei Jahre vom Museum der Moderne Salzburg vergeben. Die Künstlerin wird ihre Werke am Standort Rupertinum des Museums in einer Einzelausstellung 2023 zeigen. Vor allem aus ihren Erfahrungen als aufmerksame Reisende resultieren Projekte, die die Lebensbedingungen und Machtstrukturen in der Welt untersuchen.

Die Preisträgerin arbeitet vorwiegend mit den Medien Fotografie und Video. Ihre Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit sei oft kritisch und abgründig humorvoll, hieß es in der Juryentscheidung. Die im Jahr 2019 begonnene Fotoserie unter dem Titel „Hostile Architecture“ etwa beleuchtet und hinterfragt das Errichten von Metallstacheln und ähnlichen Hindernissen im öffentlichen Raum, damit sich Obdachlose dort nicht aufhalten können. Gleichzeitig dokumentiere die Künstlerin die schmerzhaften Spuren dieser menschenverachtenden Architektur am eigenen Körper, so die Jury.

Die 1970 geborene Anna Jermolaewa kam im Jahr 1989 von Sankt Petersburg nach Österreich. Sie studierte zunächst Kunstgeschichte an der Universität Wien. Im Jahr 2002 schloss sie ihr Studium der Malerei, Grafik und Neuen Medien an der Akademie der bildenden Künste Wien ab. Seit 2018 ist sie Professorin für Experimentelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz.

Der Preis wird an Fotokünstler, die in Österreich leben, verliehen. Benannt ist der Preis nach Otto Breicha, dem Gründungsdirektor der Modernen Galerie und Graphischen Sammlung Rupertinum, der Vorläuferinstitution des heutigen Museums. In der diesjährigen fünfköpfigen Jury waren auch der Direktor des Museums der Moderne, Thorsten Sadowsky, sowie die Preisträgerin aus dem Jahr 2019, Marina Faust, vertreten.

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