Anna Reicher: Das Haydn-Pentagramm

Es ist unmöglich, bei der Lektüre von „Das Haydn-Pentagramm“ von Anna Reicher nicht an Dan Brown zu denken. Denn alles, vom Titel über das reißerische Cover bis zu Figuren und Plot-Konstruktion zielt auf diesen Vergleich ab.

Literaturnobelpreisträger Manuel Maria Gomez übergibt im Flugzeug der neben ihm sitzenden jungen Cellistin Estrella einen geheimnisvollen Umschlag mit einer alt aussehenden Notenskizze. Der Autograf verschwindet plötzlich, aber Estrella hat sich die Noten eingeprägt.

Es handelt sich um eine wohl bisher unbekannte Skizze von Joseph Haydn. Wie Gomez dazu gekommen ist, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Schon am nächsten Tag wird er nämlich ermordet. Als einzige brauchbare Spur hinterlässt er ein angedeutetes Pentagramm aus Blut. Die Zielrichtung von Anna Reicher ist von der ersten Zeile an klar: klotzen statt kleckern.

Sex and crime, ständig neue Rätsel, rasante Schauplatzwechsel, mehrere Handlungsstränge, korrupte Polizisten, schrullige Wissenschafter, Freimaurer, Illuminaten, geheimnisvolle Vorgänge in der Vergangenheit und mysteriöse Machenschaften in der Gegenwart — und mitten drin eine zarte Liebe zwischen der bald von brutalen Finsterlingen gejagten Spitzenmusikerin und ihrem Jugendfreund. Wer sich darauf einlässt, dass hier ein Erfolgsrezept gar nicht schlecht kopiert wird, erlebt spannende Lesestunden.

Anria Reicher: Das Haydn-Pentagramm. Aufbau, 416 Seiten, 10,30 Euro

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