Annäherungen: Schwarcz, Jungwirth lasen in Linz

Las am Donnerstag im Stifterhaus aus ihrem neuen Werk: Barbara Schwarcz.
Las am Donnerstag im Stifterhaus aus ihrem neuen Werk: Barbara Schwarcz. © Paul Feuersänger

Die ersten richtigen Sommerferien eines siebenjährigen Mädchens, „ehrlich gefreut hast du dich“. Die anderen Kinder in Italien oder sonstwo, „das hast du nun davon, eine einzige Sommerverschwendung“. Beglückend, wie Barbara Schwarcz im Roman „Sommerverschwendung“ (Picus) eine Kindheit aufleben lässt.

Mit Hingabe an das vermeintlich Gewöhnliche, sprachlich spielerisch und präzise. Der Ort Linz/Kleinmünchen, ein Warten in vordigitaler Zeit, ein Herantasten an die Welt. In den geliebten Bullerbü-Büchern Astrid Lindgrens die Entdeckung neuer Wörter, loser Zahn, „lose“! Ein Rätsel die Elternsprachen, herauszuhören in Nuancen die Herkunft der Mutter aus Siebenbürgen und des ungarischen Vaters. Eine Geschichte auch über Anpassung und dem Streben, es in neuer Umgebung „zu schaffen“.

Zwei Prosadebüts am Donnerstag im Linzer StifterHaus, nach der 1972 in Wels geborenen Schwarcz las der gebürtige Linzer Andreas Jungwirth aus „Wir haben keinen Kontakt mehr“ (Edition Atelier). Jungwirth (Jahrgang 1967), bislang bekannt als Verfasser von Hörspielen, lässt in seiner Erzählung 14 Stimmen zu Wort kommen. Wie bei Schwarcz auch eine tastende Annäherung, anwesend/abwesend die zentrale Figur David. Angesiedelt in der Erwachsenenwelt, die Sprache demnach härter und direkter. Eine Rastlosigkeit und ein Suchen nach schwuler Liebe, Zwischenstationen bei Frauen. Den Auskunftgebern ist nicht immer zu trauen, womöglich sind sie nur eine Erfindung der letzten Stimme. Ein kurzweiliger Lesegenuss, die raffinierte Architektur der Geschichte dringt dem Leser nur tröpfchenweise ins Bewusstsein. Was wissen wir vom anderen, wie gut kennen wir uns selbst? pia

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